Wie hängen bei COPD Begleiterkrankungen, Entzündungen und Lungengesundheit zusammen? Dieser Frage gehen Wissenschaftler in einer langjährig angelegten Studie nach. Dafür wurden knapp 3.000 Teilnehmer, die COPD in unterschiedlichen Stadien aufwiesen, im Zeitraum von 2010 bis 2013 gründlich untersucht. Bis heute nehmen die COPD-Betroffenen weiterhin regelmäßig an Folgeuntersuchungen teil. Zwischenzeitlich wurden genügend Daten gesammelt, um erste Schlüsse aus der Studie ziehen zu können.

COPD hat Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System

Die Studie konnte zeigen, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen oft in Abhängigkeit von COPD auftreten. Bei Teilnehmern, die zu Beginn der Studie ein gesundes Herz hatten, konnte ein Zusammenhang zwischen verschlechterter Lungenfunktion und Herzüberlastung festgestellt werden. Es ist möglich, dass die mechanische Überlastung des Herzens durch eine bereits bestehende COPD ausgelöst wird. Die Autoren empfehlen deshalb, in Zukunft auch das Herz-Kreislauf-System von COPD-Betroffenen regelmäßig vorbeugend zu untersuchen.

Viele verschiedene Medikamente - nicht nur wegen COPD

COPD-Betroffene, die über 65 Jahre alt sind, nehmen im Durchschnitt fünf verschiedene Medikamente ein. Drei davon werden in der Regel nicht aufgrund der COPD, sondern wegen der Begleiterkrankungen eingenommen. Bei zehn Prozent der Betroffenen kommt es dabei zu ungünstigen Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten. Den Forschern zufolge ist diese Zahl gering.

Unterscheidung der zwei COPD-Formen durch Messung der Lungenfunktion

COPD kann in zwei Formen auftreten: Bei der einen ist das Lungengewebe zerstört, bei der anderen sind die Bronchien (also die feinen Verästelungen der Atemwege) permanent entzündet. Die Unterscheidung der beiden Formen ist für die Auswahl der richtigen Behandlungsmaßnahmen wichtig. Die Formen werden bisher mittels Computertomographie ermittelt. Diese Untersuchungsmethode ist aber stets mit einer gewissen Strahlenbelastung für die Betroffenen verbunden. Die COSYCONET-Studie konnte zeigen, dass es eine weitere Möglichkeit gibt, die Formen auseinanderzuhalten: durch die Kombination zweier Untersuchungsverfahren. Das eine ermittelt die Lungenfunktion, mit dem anderen wird bestimmt, wie gut die Lunge den Sauerstoff aus der Luft aufnehmen kann.

Die Daten dieser Studie werden weiterhin kontinuierlich ausgewertet und die Ergebnisse in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht.