Warum bei COPD an Schlaf manchmal nicht zu denken ist

Unser Körper benötigt ausreichend Schlaf, um sich körperlich und geistig zu regenerieren. COPD-Betroffene leiden jedoch oft unter Krankheitsfolgen, die eine erholsame Nacht erschweren. Dazu gehören beispielsweise verstärkte Atemnot, Hustenanfälle oder Auswurf. Durch die ständige Auseinandersetzung mit der chronischen Erkrankung können Depressionen entstehen, die weiter zur Schlaflosigkeit beitragen. Auch einige Medikamente, die zur Behandlung von COPD eingesetzt werden, können sich negativ auf den Schlaf auswirken. Dazu gehören beispielsweise Kortison oder bronchienentspannende Medikamente. Setzen Sie diese Medikamente jedoch nicht einfach ab, wenn Sie unter Schlafstörungen leiden, sondern beraten Sie sich dazu mit Ihrem Arzt.

Zu wenig Schlaf kann COPD verschlimmern

Über einen längeren Zeitraum wirkt sich fehlender Schlaf negativ auf unseren Allgemeinzustand aus. Bei COPD hat das auch Folgen für die Erkrankung: In einer internationale Studie, in der über 2.500 Patientendaten ausgewertet wurden, gaben etwa 70 Prozent der untersuchten COPD-Betroffenen an, unter Schlafproblemen zu leiden. Die  Schlafstörungen führen zu einer Verschlimmerung der Krankheitsanzeichen und zu einem allgemein schlechteren Gesundheitszustand. 

Was tun für mehr und besseren Schlaf?

Schlafprobleme zeigen sich unterschiedlich: Sie können vorliegen, wenn Sie Schwierigkeiten beim Einschlafen haben oder wenn Sie nachts häufig aufwachen. Beides bewirkt, dass Sie sich tagsüber abgeschlagen und müde fühlen. 

Sollten Sie das über mehrere Tage bis Wochen beobachten, gibt es mehrere Möglichkeiten, Ihre Schlafqualität wieder zu verbessern:

  • Wenden Sie sich an Ihren Arzt: Er kann über gezielte Fragebögen und im persönlichen Gespräch die wahrscheinlichste Ursache für Ihre Schlafprobleme ermitteln. Außerdem kann er Ihre Medikamente auf mögliche Auslöser für Schlafprobleme überprüfen und diese gegebenenfalls umstellen.
  • Ein fester Rhythmus kann dem Körper beim Einschlafen helfen. Versuchen Sie jede Nacht etwa zur gleichen Zeit schlafen zu gehen. 
  • Verzichten Sie vier bis acht Stunden vor dem Schlafen auf Kaffee. Und versuchen Sie generell Alkohol zu vermeiden.
  • Körperliche Bewegung oder Sport können bei Schlafproblemen helfen. Geeignet sind beispielsweise Nordic Walking, Schwimmen, Yoga oder Radfahren. Ihr Arzt kann Sie beraten, welche Betätigung für Sie passend ist. 
  • Sorgen Sie vor dem Schlafengehen für Ruhe und Entspannung. Beispielsweise helfen Fußbäder und ruhige Aktivitäten wie Lesen oder Musikhören. Vermeiden Sie unmittelbar vor dem Zubettgehen, fernzusehen oder sich mit dem Computer oder Smartphone zu beschäftigen.
  • Falls bei Ihnen festgestellt wird, dass der Sauerstoffgehalt im Blut über Nacht zu gering ist, können in genauer Absprache mit Ihrem Arzt spezielle Beatmungsverfahren über Nasenbrillen oder Masken eingesetzt werden.