Sowohl Demenz als auch COPD sind Erkrankungen, die mit steigendem Alter zunehmen und nicht selten gemeinsam auftreten. Nach Ansicht von Forschern besteht aber möglicherweise ein Zusammenhang zwischen einer nachlassenden Gedächtnis- und Denkleistung und einer chronischen Lungenerkrankung. Um dies zu prüfen, haben Forscher in einem ersten Schritt vorhandene Studien zur COPD ausgewertet.  

Aktuelle Studienlage zu COPD und Demenz 

Bisher gibt es keine aussagekräftigen Beweise dafür, dass COPD eine direkte Ursache für die Entwicklung einer Demenz darstellt. Um sich einen Überblick zu verschaffen, haben chinesische Wissenschaftler der Tsinghua Universität in Shenzhen deshalb eine systematische Analyse aller bisher zu diesem Thema veröffentlichten Studien durchgeführt.

Nach genauer Prüfung konnten insgesamt 40.000 Teilnehmer mit COPD in der Analyse berücksichtigt werden. Das Ergebnis: Ab einem Alter von über 65 Jahren erhöht sich das Demenzrisiko bei einer COPD um das 1,4-fache, wobei das Risiko bei Männern und ab 75 Jahren stärker ausgeprägt zu sein scheint. Nach Ansicht der Forscher kommen dafür verschiedene Gründe infrage, aber besonders entscheidend ist es offenbar, wenn die COPD nicht optimal behandelt wird. Für eine effektive Behandlung müssen Ärzte und Patienten gut miteinander kooperieren. 

COPD-Risikofaktoren

Bei einer COPD kommt es, ausgelöst durch Rauchen oder andere Schadstoffe, zu einer anhaltenden Entzündung in den Atemwegen und der Lunge. Als Reaktion darauf aktiviert der Körper Immunzellen, die "gewebetoxische", also schädigende Substanzen freisetzen, die langfristig das Lungengewebe angreifen und zerstören. Diesen Mechanismus haben jetzt Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) im Tiermodell nachgewiesen. Je mehr diese Entzündung ungehindert fortschreitet, desto mehr Gewebe wird vernichtet. Als Folge davon kommt es unter anderem zu einer schlechteren Sauerstoffversorgung im Gehirn, was Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme verursachen kann. 

COPD typische Entzündungsprozesse und die mangelnde Sauerstoffversorgung im Gehirn können laut Forschung als Risikofaktoren eingestuft werden, die eine Demenz begünstigen. Je besser Sie also Ihre COPD-Erkrankung im Griff haben, desto mehr sind Sie vor Demenz geschützt. Aus diesem Grund sind für Sie die folgenden zwei Maßnahmen entscheidend: 

  1. Tun Sie alles dafür, um das Fortschreiten Ihrer COPD-Erkrankung zu verlangsamen! Zum Beispiel: Tägliche Bewegung an der frischen Luft und natürlich der Verzicht auf aktives und passives Rauchen.   
  2. Halten Sie sich an empfohlene Therapien oder sprechen Sie Ihren Arzt direkt auf Probleme an. Eigenmächtiges Reduzieren der angeordneten Behandlung kann, zum Beispiel bei der Sauerstofftherapie, schädlicher sein, als Sie denken und zu einer mangelnden Versorgung des Gehirns führen. 

Geben Sie der Demenz keine Chance

Da Demenz zusätzlich noch durch zahlreiche andere Risikofaktoren wie Übergewicht, soziale Isolation, Depressionen, Herzkreislauferkrankungen oder Diabetes mellitus begünstigt wird, sollten Sie die Chance ergreifen und selbst aktiv werden. Ein gesunder Lebensstil, soziale Kontakte und die Behandlung von Erkrankungen, die das Demenz-Risiko erhöhen, helfen Ihnen dabei, dass bei COPD leicht erhöhte Demenz-Risiko wieder zu senken. 

Wichtig zu wissen: Hörprobleme zählen ebenfalls zu den wichtigsten Faktoren für die Entstehung einer Demenz. Manchmal kann deshalb sogar schon ein gut angepasstes Hörgerät hilfreich sein und vor dem Abbau geistiger Fähigkeiten schützen.