Für Menschen mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) ist regelmäßige Bewegung wichtig, um ihre Fitness zu erhalten oder zu verbessern. Spezielle Lungensport-Übungen helfen, die Atmung zu vertiefen, den Brustkorb zu entspannen und die Kondition zu stärken. Regelmäßiges Training wirkt ungesundem Schonverhalten entgegen. 

Außerdem trägt Bewegung dazu bei,

  • die Atmung bewusst zu machen und wahrzunehmen,
  • die Atemmuskeln zu stärken,
  • körperlich leistungsfähiger zu werden,
  • sich besser entspannen zu können,
  • Atemnot zu lindern und
  • Verschlechterungen (sogenannte Exazerbationen) seltener auftreten zu lassen.

Lungensport für zu Hause

Regelmäßiger Lungensport kann nach Rücksprache mit dem Arzt mit einfachen Übungen auch zuhause gemacht werden. Hierfür sind folgende Übungen möglich:

Übung 1:

Diese Übung können Sie je nach Verfassung und Leistungsfähigkeit im Sitzen oder Stehen ausführen:

  • Strecken Sie beide Arme auf Schulterhöhe aus, wobei die Handinnenflächen nach vorne oder unten zeigen. Nun bewegen Sie beide Arme entweder in kleinen schnellen oder großen langsamen Bewegungen vor und zurück oder auf und ab. Zusätzlich gehen Sie mit den Beinen auf der Stelle. 
  • Anschließend schließen und öffnen Sie Ihre Hände immer wieder zur Faust und beschreiben zusätzlich mit beiden Armen kleine Achter-Bewegungen.
  • Als weiteren Übungsteil können die seitlich ausgestreckten Arme einen Kreis beschreiben. Gleichzeitig heben Sie ein gebeugtes Bein an und beschreiben mit dem Knie eine Acht.

Übung 2:

Für diese Übung brauchen Sie ein Geschirr- oder Handtuch:

  • Greifen Sie das Handtuch schulterbreit und halten es in Höhe des Brustbeins oder auf Schulterhöhe. Mit dem Ausatmen ziehen Sie das Handtuch auseinander, mit dem Einatmen lösen Sie die Muskelspannung wieder.
  • Im zweiten Übungsteil fassen Sie das Handtuch ebenfalls schulterbreit. Mit dem Einatmen führen Sie es nun am Körper entlang hoch und mit dem Ausatmen über vorne wieder nach unten. Das Handtuch beschreibt also einen Kreis vor dem Körper.
  • Im letzten Übungsteil greifen Sie das Handtuch ebenfalls schulterbreit. Nun werden die Arme samt Tuch mit dem Einatmen zur Decke hochgestreckt und mit dem Ausatmen wieder gelöst.

Tipps für die Übungen

Bei allen Übungen ist es wichtig, auf die Atmung zu achten und die Luft weder anzuhalten noch in Pressatmung zu verfallen. Unter Umständen kann die sogenannte Lippenbremse das Atmen erleichtern: Dafür legen Sie die Lippen entspannt aufeinander, pressen sie zusammen und atmen schließlich die Luft durch die verengte Atemöffnung langsam aus.

Darüber hinaus ist jede Bewegung im Alltag eine Trainingsmöglichkeit, etwa der Einsatz von Haushaltsgeräten wie zum Beispiel das Tragen von Kochtöpfen, das Rühren mit dem Kochlöffel oder das Öffnen einer Konservendose. Kurze Spaziergänge oder - je nach Verfassung - ganz langsames Treppensteigen helfen ebenfalls. Je mehr Sie sich in- und außerhalb der eigenen vier Wände bewegt, desto besser.