Sexualität ist ein wichtiger Bestandteil der Lebensqualität, und die meisten Menschen wünschen sich auch im fortgeschrittenen Alter Nähe, Zärtlichkeit und Intimität. Andererseits können chronische Erkrankungen wie die COPD das Liebesleben beeinträchtigen. Vor allem Luftnot, Husten, muskuläre Schwäche und eine begrenzte körperliche Beweglichkeit können bei COPD die sexuelle Aktivität einschränken. Auch Ängste und Depressionen können dazu führen, dass Menschen mit COPD sich zurückziehen und immer seltener sexuell aktiv werden.

Setzen Sie sich nicht unter Druck!

Gerade bei Menschen mit einer chronischen Erkrankung wie COPD sollte Sexualität nicht leistungsorientiert sein. Auch wenn Sie aufgrund Ihrer COPD vielleicht nicht mehr so fit sind wie früher, spricht grundsätzlich nichts gegen sexuelle Aktivitäten. Zunehmende Luftknappheit und nachlassende körperliche Leistungsfähigkeit erfordern aber wahrscheinlich etwas sanftere Varianten wie Kuscheln, Streicheln, Küssen und Petting.

Sprechen Sie mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin über Ihre Wünsche und Bedürfnisse und finden Sie gemeinsam heraus, was Ihnen beiden gut tut. Es muss nicht immer der klassische Geschlechtsverkehr sein - Nähe, Hingabe und Leidenschaft sind auch ohne Beischlaf möglich.

Ihr Arzt weiß Rat

Falls Sie Bedenken haben, ob Sie wegen Ihres reduzierten Gesundheitszustands sexuell aktiv sein dürfen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über dieses Thema. Er kann Ihre körperliche Belastbarkeit einschätzen und Sie beraten. Auch wenn Sie aufgrund von Ängsten oder Depressionen Sexualität meiden, sollten Sie dies mit Ihrem Arzt besprechen, bevor Ihre Partnerschaft ernsthaft unter Ihrer Enthaltsamkeit leidet.

Auch bestimmte Medikamente können zur "Lustbremse" werden - fragen Sie Ihren Arzt, ob das bei Ihnen der Fall ist und was Sie dagegen unternehmen können.

Mehr Vitalität durch gesunden Lebensstil

Eine gesunde Lebensführung fördert eine gute Sexualität - und sie verbessert auch das Liebesleben bei einer bereits bestehenden Sexualfunktionsstörung. Sorgen Sie also für regelmäßige Bewegung und ernähren Sie sich gesund und ausgewogen. Und wenn Sie es nicht schon längst getan haben: Hören Sie jetzt mit dem Rauchen auf! Denn Rauchen schadet bekanntlich den Blutgefäßen - auch im Intimbereich. Eine gute Durchblutung der Geschlechtsorgane ist aber für ein erfülltes Liebesleben wichtig.

Tipps für ein gutes Sexualleben trotz COPD

  • Bleiben Sie sexuell aktiv. Denn nicht nur für das Herz-Kreislauf-System gilt: "Wer rastet, der rostet".
  • Passen Sie Ihre sexuellen Aktivitäten Ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit an und nehmen Sie sich Zeit - Sex kann auch in langsamem Tempo Spaß machen. Überlassen Sie Ihrem Partner/Ihrer Partnerin den aktiveren Part.
  • Vermeiden Sie zwei bis drei Stunden vor dem Sex üppiges Essen, Alkohol und kohlensäurehaltige Getränke.
  • Sex gelingt wahrscheinlich am besten, wenn Ihre COPD-Medikamente die beste Wirkung entfalten. Stellen Sie eventuell Bedarfsmedikamente (beispielsweise zur Bronchienerweiterung) bereit.
  • Wenn Sie eine Sauerstofflangzeittherapie durchführen, sollten Sie diese auch während sexueller Aktivitäten fortsetzen. 
  • Ein Ventilator im Schlafzimmer sorgt für kühle Luft.