Lang andauernde Erkrankungen wie COPD bringen oft mit sich, dass die Betroffenen dauerhaft müde und abgeschlagen sind. Zusätzlich zur körperlichen Müdigkeit fühlen sie sich emotional und geistig ausgebrannt. Ärzte sprechen hier von einem chronischen Erschöpfungssyndrom oder einer Fatigue.

Wie beeinflusst Fatigue das Leben?

In einer niederländischen Studie gaben COPD-Betroffene an, dass die Fatigue ihre Lebensqualität massiv einschränkte. Das betraf sowohl die körperliche Erschöpfung als auch die geistige Fitness. Die Betroffenen fühlten sich emotional belastet und in ihrem sozialen Umgang eingeschränkt. Viele hatten Schwierigkeiten, die Fatigue als Begleiterscheinung ihrer Erkrankung zu akzeptieren. Teilweise gaben sie sogar an, ihre Lebensfreude und ihren Lebenswillen verloren zu haben.

Fatigue: Das vernachlässigte Leiden

Oft wird eine Fatigue von Ärzten und Betroffenen in der täglichen Behandlung der COPD kaum oder nicht berücksichtigt. Dabei ist ein gezieltes Entgegenwirken wichtig, um Menschen mit COPD ein Stück Lebensqualität zurückzugeben. Alle Beteiligten - auch die Angehörigen - sollten deshalb auf Anzeichen einer Fatigue achten, um diese frühzeitig zu erkennen. 

Diese Anzeichen können auf eine Fatigue hindeuten:

  • Ständige erhöhte Müdigkeit, die in keinem Verhältnis zur derzeitigen körperlichen Belastung steht
  • Allgemeine Schwäche (auch das Gefühl, ständig "schwere Glieder" zu haben)
  • Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit 
  • Geringe Motivation (beispielsweise im Beruf oder im Alltag)
  • Schlafstörungen oder deutlich höherer Schlafbedarf als gewöhnlich
  • Häufiges emotionales Ungleichgewicht mit Anzeichen wie Traurigkeit, Reizbarkeit oder erhöhter Frustration 

Umdenken gegen Erschöpfung?

Forscher fanden heraus, dass Betroffene, die ihre Fatigue verdrängten, unter Gefühlen von Selbstentfremdung und Unwirklichkeit litten. Eine Möglichkeit, dem entgegenzuwirken, ist, die Fatigue zu akzeptieren und aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. So ist es möglich, sie als natürliche Erholungsphase Ihres Köpers nach einer langen Anstrengung anzusehen. Eine langjährige Erkrankung ist kräftezerrend - versuchen Sie, das zu akzeptieren und sich selbst ausreichend Zeit dafür zu nehmen. 

Was tun gegen Fatigue?

Angemessene Bewegung und Sport können gegen die Erschöpfung helfen. Geeignet sind zum Beispiel Ausdauersportarten wie Radfahren und Schwimmen oder ein angeleitetes Krafttraining. Lassen Sie sich hier von Ihrem Arzt beraten und starten Sie mit kleinen Trainingseinheiten. Auch Atemübungen oder autogenes Training können die Beschwerden der Fatigue verbessern. Darüber hinaus gibt es medikamentöse Ansätze. Falls Sie bei sich eine Fatigue vermuten, zögern Sie nicht, Ihren Arzt darauf anzusprechen - er kann gemeinsam mit Ihnen herausfinden, welche Maßnahmen für Sie persönlich am besten passen.