Die medikamentöse Behandlung ist wichtig, aber genauso entscheidend für Ihr Wohlbefinden mit COPD sind körperliche Aktivitäten, das richtige Abhusten und hilfreiche Atemtechniken, wenn die Luft knapp wird. Oft lernen Sie diese Tipps zur Selbsthilfe bei Ihrem Lungenfacharzt oder in der Physiotherapie, allerdings meist ohne Angehörige. Das können Sie ändern: Drehen Sie die Situation um und erklären Sie Ihrem Partner oder Ihrer Familie, wie es geht! Das macht Spaß und kann im Ernstfall Leben retten.

Rücken an Rücken im Kutschersitz 

Gehen Sie gemeinsam spazieren. Wird es zu anstrengend, können Sie in einem unbeobachteten Moment, zum Beispiel im Wald oder Park, eine aktive Pause einlegen. Stellen Sie sich dabei Rücken an Rücken, die Beine sind schulterweit geöffnet, so dass Sie stabil stehen. Dabei spüren Sie die Atmung Ihres Partners. Das kann bei Luftnot eine beruhigende Wirkung haben. 

Wenn Sie möchten, können Sie nun den "stehenden Kutschersitz" einnehmen: Mit Ihren Händen stützen Sie sich auf den Oberschenkeln ab. Kopf und Bauch lassen Sie nach vorne entspannen, wie bei einem Kutscher, der Pause macht. Dadurch aktivieren Sie Ihre Atemhilfsmuskulatur. Das macht zu zweit mehr Spaß  - und hilft Ihnen auch, wenn Sie sich in der Öffentlichkeit ein wenig wegen der Übung genieren sollten. 

Tipp: Gleiches gilt für die "Lippenbremse". Probieren Sie es in einer entspannten Situation einfach mal zu zweit. Erklären könnten Sie die Lippenbremse so: Die Lippen liegen beim Ausatmen locker aufeinander. Dies verlangsamt den Atemstrom und führt zu einer Erweiterung der Bronchien, was das Ausatmen deutlich leichter macht. 

Atempausen 

Statt dass jeder beim Training in sein eigenes Smartphone schaut, könnten Sie es sich mit Ihrem Partner oder der Familie zur Gewohnheit machen, regelmäßig eine gemeinsame Atempause einzulegen. Die TK bietet Ihnen verschiedene Atemübungen zur Entspannung zum kostenlosen Download an, die Sie gemeinsam hören und aktiv mitmachen können.