Die Tage werden kürzer und der Herbst kündigt sich mit kühleren Temperaturen an. Der plötzliche Wechsel von geheizten Innenräumen zu nass-kalten Außentemperaturen kann Menschen mit COPD jetzt deutlich spürbare Probleme bereiten. Denn in der kalten Jahreszeit kommt es bei COPD deutlich häufiger zu einer Verschlechterung der Erkrankung mit mehr Atembeschwerden. Davor können Sie sich aber gezielt schützen, ohne auf Sport und Bewegung verzichten zu müssen. Drei Faktoren spielen dabei eine Rolle: 

Verhalten ändern

Luftfeuchtigkeit

Ab Herbst sollten Sie zuhause mehrfach täglich lüften und für eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 50 Prozent sorgen. Das erfordert etwas Disziplin, ist aber für Ihre Lunge wichtig. Denn die trockene Heizungsluft trocknet die bei COPD empfindlichen Bronchien aus und belastet Ihre Atmung zusätzlich. 

Unser Tipp: Stellen Sie jeweils eine Schale mit frischem Wasser auf jeden Heizkörper oder nutzen Sie dafür ein spezielles Tongefäß, was man an den Heizkörper hängen kann. Ein digitaler Feuchtigkeitsmesser nimmt wenig Platz weg und liefert Ihnen immer die exakten Werte des jeweiligen Raumes.  

Ortswechsel beim Sport

Wer durch die kühle oder nasse Luft draußen Atemprobleme bekommt, kann zunächst versuchen, mehr durch die Nase zu atmen. Im Zweifel hilft Ihnen ein Meersalz-Nasenspray die oberen Atemwege frei zu machen. Gelingt das nicht, können Sie  versuchen durch ein Tuch vor dem Mund zu atmen oder alternativ jede Art von sportlicher Aktivität nach drinnen zu verlagern. Gehen Sie aber trotzdem täglich mindestens einmal raus, entspanntes Gehen im Freien tut gut und lässt die Gedanken leichter zur Ruhe kommen.

Wichtig zu wissen: Ein Notfall-Spray gehört vor allem in der kalten Jahreszeit immer in die Manteltasche. Denken Sie daran, rechtzeitig ein neues Spray zu besorgen. 

Medizinisch vorsorgen 

Impf-Check

Alle Erwachsenen über 60 Jahre und Patienten mit chronischen Erkrankungen, wie COPD, sollten sich jedes Jahr gegen Grippe impfen lassen. Warum? Das Grippevirus verändert sich jedes Jahr und deshalb entwickelt die Weltgesundheitsorganisation WHO jährlich einen neuen Grippeimpfstoff, der meist ab Oktober zur Verfügung steht. Fragen Sie dabei nach, ob und wann die nächste Pneumokokken-Impfung erforderlich ist. Die Ständige Impfkommission (StiKo) empfiehlt diese Impfung bei chronischen Erkrankungen spätestens alle sechs Jahre aufzufrischen. Pneumokokken sind Bakterien, die eine Lungenentzündung verursachen. 

Therapie anpassen

Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem behandelnden Lungenfacharzt, ob in der kalten Jahreszeit eine Anpassung der bisher verordneten Dosis Ihrer Medikamente sinnvoll sein könnte. 

Lungenfunktion prüfen

Messen Sie in regelmäßigen Abständen Ihre Peak-Flow-Werte, um eine beginnende Verschlechterung der Lungenfunktion rechtzeitig zu erkennen und handeln zu können. Wie oft Sie messen sollten, besprechen Sie am besten gleich bei Ihrem nächsten Arzttermin. 

Immunsystem stärken

In der Erkältungs- und Grippezeit ist es ratsam, dass Sie Ihr Immunsystem vorbeugend stärken. Viel Schlaf, regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene, gesunde Ernährung sind dabei Ihre wichtigsten Verbündeten. Außerdem gilt für COPD-Patienten grundsätzlich: Waschen Sie sich gründlich die Hände, wenn Sie zum Beispiel vom Arzt oder Einkaufen kommen, und meiden Sie Kontakt zu erkälteten Menschen oder größeren Gruppen, solange bis die Ansteckungsgefahr vorbei ist. 

Unser Tipp: Regelmäßiges Inhalieren mit einer Kochsalzlösung aus der Apotheke befreit die Atemwege und macht sie widerstandsfähiger. Versuchen Sie außerdem, vor dem Spaziergang einen heißen Tee zu trinken. Vielen COPD-Patienten hilft dieses alkoholfreie "Vorglühen", um die kalte Luft draußen besser zu vertragen.