Selbst bei Gesunden können Atemwegserkrankungen oder Grippeviren auf das Herz schlagen oder eine bakterielle Lungenentzündung nach sich ziehen. Bei chronischen Erkrankungen wie COPD ist das Risiko für derartige Komplikationen, die eine bestehende Krankheit deutlich verschlechtern können, erhöht. Diese Verschlechterungen, auch ‚Exazerbationen‘ genannt, sind heute durch rechtzeitige Impfungen zu vermeiden, genauso wie durch gesundheitsfördernde, vorbeugende Maßnahmen. Dazu gehört in erster Linie der sofortige Rauchstopp, regelmäßige Bewegung oder die Teilnahme an Lungensportgruppen. 

Wichtig zu wissen: COPD-Patienten sollten sich jedes Jahr ab Oktober gegen das Grippevirus impfen lassen und die Pneumokokken-Impfung ggfs. auffrischen.

Die COSYCONET-Studie 

COPD geht häufig noch mit anderen Erkrankungen einher. Wie es dazu kommt und wie man dies vermeiden kann, erforscht ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern im Kompetenznetz Asthma und COPD. Die COSYCONET-Studie liefert erstmals wissenschaftliche Daten dazu und hat gezeigt: COPD-Patienten nehmen Impfungen gegen Atemwegserkrankungen gut an, andere Präventionsangebote dagegen deutlich zu selten. Nur 10 bis 20 Prozent der COPD-Patienten nehmen an Lungensportgruppen oder Physiotherapie teil. Programme zur Raucherentwöhnung als wichtigster Bestandteil der Vorbeugung werden nur von einem Viertel der rauchenden COPD-Patienten besucht.

COSYCONET steht übrigens für German COPD and Systemic Consequences - Comorbidities Network.

Keine Angst vor Impfungen 

Wird Ihr Kind geimpft, lassen sich Eltern so einiges einfallen, damit die Impfung möglichst stressfrei und dadurch sicher ablaufen kann. Dieses Ziel sollten Erwachsene mit COPD auch für sich selbst im Blick behalten, denn jede größere Aufregung kann zusätzliche Luftnot oder Husten verursachen. Folgende Tipps helfen Ihnen dabei: 

Bleiben Sie sitzen: Nur wer schon mal beim Blutabnehmen oder Impfen ohnmächtig wurde, muss sich hinlegen. Für alle anderen ist eine Impfung im Sitzen besser, denn das Gefühl die Kontrolle zu behalten ist in dieser Position größer als im Liegen und das hilft, die Muskulatur besser zu entspannen. 

Ablenkung erlaubt: Auch Erwachsene dürfen sich bewusst ablenken. Gut geeignet ist beispielsweise immer wieder von 10 bis 0 rückwärts zu zählen oder in Gedanken ein Lied zu singen. Manche Ärzte fordern ihre Patienten auf kurz zu husten und impfen dann unmittelbar danach, sozusagen als Überraschungsmoment. 

Schmerzmittel? Schmerztabletten oder -Saft sind kurz vor der Impfung nicht erlaubt. Wer große Angst vor einer Impfung hat, kann den Arzt fragen, ob ein Schmerzpflaster erlaubt ist. Das Pflaster muss mindestens 30 Minuten vorher einwirken und die Kosten tragen die Patienten. In der Regel ist eine Betäubung aber nicht nötig, denn der "Picks" dauert nur einige wenige Sekunden. 

Wichtig zu wissen: Jede Impfung fordert das Immunsystem zu Höchstleistungen auf. Ihr Körper braucht deshalb mindestens ein bis zwei Tage, manchmal auch eine Woche nach der Impfung Schonfrist. Körperlich anstrengende Tätigkeiten, Reisen oder Sport sind in dieser Zeit nicht ratsam. Je mehr Sie sich daran halten, desto besser vertragen Sie die Impfung. 

Impfreaktion: Was ist normal? 

Nach einer Impfung kommt es laut Robert-Koch-Institut je nach Impfstoff bei 2 bis 20 Prozent aller Geimpften zu einer Rötung oder Schwellung der Impfstelle. Diese lokalen Impfreaktionen dauern meist nur ein paar Tage und zeigen, dass der Körper auf die Impfung reagiert. Bei 1 bis 10 Prozent der Geimpften stellen sich leichte Allgemeinreaktionen ein, beispielsweise Fieber, Kopfschmerzen oder auch Übelkeit und Durchfall. Diese Krankheitssymptome bessern sich ebenfalls meist nach ein bis zwei Tagen und sind harmlos. Echte Impfkomplikationen sind heute aufgrund moderner Impfstoffe und durch die kontinuierliche, zentrale Überwachung durch das Paul-Ehrlich-Institut selten.