Steigt das Thermometer auf 25 Grad Celsius und darüber, muss Ihr Körper mehr Wärme als sonst abgeben, um die Körpertemperatur konstant zu halten. Mit einer COPD ist aber der Abtransport von Wärme über die Lunge erschwert, was für das Herz belastend sein kann. Um Atemnot, Kreislaufprobleme oder sogar eine stationäre Einweisung wegen Atemnot zu vermeiden, empfehlen Experten in Hitzephasen, neben einer engen Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt, vor allem, dass Sie sich richtig verhalten und schützen.  

Wenn es heiß wird, Pause machen 

Nutzen Sie die frühen Morgen- und die Abendstunden für die täglichen Bewegungseinheiten und für Ihre Erledigungen. Sobald die Temperaturen ansteigen empfiehlt es sich, jede größere Anstrengung zu vermeiden. Wenn die höchste Temperatur des Tages erreicht ist, sollten Sie sich in ein kühles, schattiges Zimmer zurückziehen und wie im Süden eine "Siesta" halten, lesen oder einen Mittagsschlaf machen. 

Unser Tipp: Lassen Sie Ihre Fenster, aber auch Rollläden oder Vorhänge tagsüber geschlossen. Ausgiebig lüften können Sie am besten, wenn die Temperaturen auf dem niedrigsten Tageswert angekommen sind. Im Zweifel hilft Ihnen ein verlässliches Außenthermometer oder eine Wetter-App, diesen Zeitpunkt richtig zu erkennen.  

Das sorgt für Abkühlung 

"Eiskalt" sollten Sie grundsätzlich vermeiden, ob als Getränk, Dusche oder Fußbad. Besser verträglich für den Organismus ist kühles oder leicht lauwarmes Wasser. Damit Ihr Körper sanft abgekühlt wird, können Sie sich immer wieder zwischendurch mit einem feuchten, kühlen Tuch abreiben oder ein bis zwei Mal am Tag eine Dusche nehmen.

Ventilatoren, aber vor allem Klimaanlagen sind für COPD-Patienten ungünstig, denn durch die Zugluft können Sie sich auch im Sommer schnell erkälten. Wenn Sie aber tagsüber mal kurz den Ventilator einschalten möchten, ist nichts dagegen einzuwenden. Lockere Kleidung aus gut atmenden Naturstoffen, wie Baumwolle oder Leinen, sorgen an heißen Tagen für ein angenehmes Körpergefühl.  

Ernähren Sie sich sommerlich leicht 

Diäten oder Fasten sind in dieser Jahreszeit keine gute Idee, sie kosten den Körper zusätzliche Kraft. Wenn es im Sommer so richtig heiß wird, dürfen Sie am Tag viele kleine, leichte Mahlzeiten zu sich nehmen. Das kann Ihr Körper besser verarbeiten, als die sonst empfohlenen drei großen Mahlzeiten. Schwer verdauliche und scharfe Gerichte mit Chili und Knoblauch, aber auch Kaffee, schwarzer Tee und Alkohol sollten Sie an den besonders heißen Tagen des Jahres möglichst meiden. Sie "erwärmen" den Körper und sind deshalb zu belastend. Stattdessen sollten Sie viel Wasser trinken und sich schöne Sommergerichte zusammenstellen, mit viel frischem Obst und Gemüse der Saison. 

Unser Tipp: Magnesiumhaltiges Mineralwasser oder ab und an eine zuckerfreie Fruchtsaftschorle helfen Ihnen dabei, die durch das Schwitzen verloren gegangenen Mineralstoffe auszugleichen. Die empfohlene Trinkmenge sollten Sie mit Ihrem Arzt abklären.  

Planen Sie für den Notfall

Eine Studie der Charité hat gezeigt, dass Patienten mit Lungenerkrankungen während Hitzeperioden von einer telefonischen Betreuung profitieren. Fragen Sie Ihren Arzt, ob dies im Notfall möglich wäre, und klären Sie, wie oft Sie Ihr Notfall-Spray während besonders heißer Tage einsetzen dürfen. Wenn Sie Luftnot bekommen, sollten Sie ruhig in den Bauch atmen  und die Lippenbremse einsetzen. Warten Sie nicht, bis die Beschwerden zu stark werden, sondern rufen Sie rechtzeitig Hilfe. Vor allem bei einer ausgeprägten COPD ist es hilfreich, wenn Sie den Ernstfall mit Angehörigen oder Pflegepersonal vorher in Ruhe besprechen und aufschreiben.