Mit COPD fällt das Atmen schwer: Husten und Auswurf sind typische Beschwerden und das Gefühl, nicht richtig Luft zu bekommen, belastet die Betroffenen. Deshalb gehören zu einer ganzheitlichen Therapie auch Atemübungen, sportliches Training und Entspannung. Alle drei Therapieansätze stabilisieren und tragen zur Verbesserung der Lungenfunktion bei. Auf der Suche nach effektiven Therapieverfahren, die bei einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung die medikamentöse Behandlung ergänzen, haben Forscher jetzt in einer Pilotstudie die Yoga-Atmung getestet und die Ergebnisse verschiedener Studien dazu ausgewertet.

Yoga-Atmung wissenschaftlich geprüft

Anders als meist angenommen, gehört zum Yoga weit mehr als nur die Yoga-Haltungen, wie der Sonnengruß. Zusätzlich wird immer auch eine spezielle Yoga-Atmung gelehrt, die als "Pranayama" bezeichnet wird. Dazu gehören unterschiedliche Übungen, bei denen die Atmung auf eine bestimmte Weise beobachtet und geführt wird. 

Die Wirkung 

Das Ziel der geführten Atmung besteht darin, den Körper bewusst mit neuer Lebensenergie - in Sanskrit Prana - zu versorgen und sich atmend leichter zu entspannen. Während man zum Beispiel bei COPD oder in stressigen Momenten meist flach und schneller als sonst atmet, wird durch diese bewusste Yoga-Atmung der Atem mit etwas Übung tiefer, ruhiger und gleichmäßiger. 

Dieses Yogawissen beruht auf Erfahrungen, ist nun aber auch wissenschaftlich geprüft worden:

  1. In einer Doppelblindstudie wurden 43 Patienten mit moderater bis schwerer COPD nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt. Beide Gruppen erhielten Informationen, wie sie mit ihrer Erkrankung umgehen sollten. Die Yoga-Gruppe erhielt zusätzlich eine Anleitung, wie sie die Basis-Atemübung aus dem Yoga zuhause selbstständig durchführen kann. Nach zwölf Wochen, in denen die Teilnehmer täglich eine viertel Stunde die dreiteilige Yoga-Atmung übten, zeigten sich im Vergleich zur Kontrollgruppe eine Verbesserung der subjektiv erlebten COPD-Beschwerden, aber auch der objektiv messbaren speziellen COPD-Werte für oxidativen Stress wie Isoprostan-Werte. Außerdem waren die Teilnehmer der Yoga-Gruppe sportlich aktiver und belastbarer.   
  2. In einem renommierten Cochrane-Review werteten Forscher sechszehn Studien zu Yoga-Atmung und COPD aus. Das Fazit: Über eine entspannte Yoga-Atmung kann der gesamte Organismus auch bei einer COPD positiv beeinflusst werden. Durch das tägliche Üben der Yoga-Atmung verbesserte sich die körperliche Belastbarkeit, zum Beispiel ließ sich die Gehstrecke von 6 Minuten durchschnittlich von 35 auf 50 Meter steigern. 

Wichtig zu wissen:

Die Forscher kamen außerdem zu dem Ergebnis, dass selbstständiges Üben der Yoga-Atmung mit COPD nach einer professionellen Anleitung sicher ist und außerdem eine gute Alternative für Patienten darstellt, die nicht an einer Lungensportgruppe teilnehmen können. Fragen Sie vor Ort nach, wer "Pranayama-Yoga" unterrichtet und Erfahrungen mit Lungenpatienten hat. 

Basisübung: Die dreiteilige Yoga-Atmung

Die dreiteilige Yoga-Atmung: Bei der Einatmung füllt sich zunächst der Unterbauch, dann ohne nochmal Luft zu holen weitet der Atem den Brustkorb mit den Rippen und wird zum Schluss bis in die oberen Lungenspitzen gelenkt. Wem die Bauchatmung erstmal schwer fällt, kann eine Hand auf den Unterbauch legen und spüren, wie sich in der Einatmung die Hand leicht hebt. In der Ausatmung wandert die "Atemwelle" rückwärts, also zuerst wird die Luft in der oberen Lunge, dann aus dem Brustkorb und zum Schluss im Bauchraum ohne Druck langsam losgelassen. Durch die verlängerte Ein- und Ausatmung können die Übenden besser entspannen, wodurch sich die Lungenfunktion verbessert. Probieren Sie es aus!