Im Normalfall kann eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung den Körper mit allen lebensnotwendigen Stoffen versorgen. Eine Ausnahme bildet unter anderem Vitamin D. Forschende prüften jetzt, welchen Effekt die Einnahme von ergänzenden Vitamin D-Präparaten auf den Verlauf einer COPD-Erkrankung hat. Das Prinzip "viel hilft viel" erwies sich dabei als wenig hilfreich und teuer. 

Vitamin D-Mangel schwächt das Immunsystem

In den Herbst- und Wintermonaten gehen die meisten Menschen seltener raus als im Sommer. Sie nehmen dann oft zu wenig Tageslicht über die Haut auf, wodurch der Vitamin-D-Spiegel sinkt. Kommt es mit der Zeit zu einem echten Mangel, schwächt dies das Immunsystem. Bei COPD kann sich daraus ein Teufelskreis entwickeln, denn die Entzündungen in den Atemwegen verbrauchen vermutlich zusätzlich Vitamin D. Liegt ein Mangel vor, treten zahlreichen Studien zufolge häufiger Atemwegsinfekte und Lungenentzündungen auf. Dies verschlechtert den COPD-Verlauf und sollte verhindert werden. 

Wichtig zu wissen: Aktuelle Studien zeigen klar und deutlich, dass ein positiver Effekt auf die Atemwege durch Vitamin D-Präparate nur erzielt werden kann, wenn ein Mangel vorliegt. Die vorbeugende Einnahme zeigte keinen Zusatznutzen. 

Vitamin D-Status prüfen 

Wer möglichst viel Vitamin D in hoher Dosierung einnimmt, erhöht die Wirkung nicht, aber riskiert Nebenwirkungen. Gesichert ist laut Bundesamt für Risikobewertung, dass niedrige Dosen von Vitamin D mit 400-1000 IU/Tag in Kombination mit einer ausreichenden Kalziumaufnahme bei Risikogruppen wie COPD-Betroffenen ausreichend wirksam sind. Als fettlösliches Vitamin kann zuviel des "Guten" nicht einfach mit dem Urin ausgeschieden werden, sondern reichert sich im Körper an. Aus diesem Grund sollten Sie mit der behandelnden Arztpraxis absprechen, ob bei Ihnen ein Mangel vorliegen könnte und wieviel Vitamin D Sie tatsächlich benötigen. 

Tipp: Der exakte Vitamin D-Status lässt sich über den D3-Wert im Blutserum ermitteln. Das so genannte "25-Hydroxyvitamin-D3" spiegelt sowohl die Zufuhr über die Nahrung, als auch die körpereigene Produktion mit Hilfe von Sonnenlicht wider. 

Fakten aus aktuellen Studien: 

Forschende werteten kürzlich die Daten von mehreren COPD-Studien aus. Dabei fanden sie heraus, dass das "Gießkannenprinzip" nicht zu empfehlen sei. Denn je besser die Ausgangswerte von D3 im Blut waren, desto seltener zeigte sich ein positiver Effekt durch die zusätzliche Einnahme von Vitamin D. Ein Schutz der Atemwege durch hochdosiertes Vitamin D war immer wieder im Zusammenhang mit COVID-19 diskutiert. Aber anders als vermutet, senkt eine vorbeugende Hochdosistherapie mit Vitamin D nicht die Zahl der Atemwegsinfektionen. Dies wies eine aktuell im Fachmagazin "The Lancet Diabetes & Endocrinology" veröffentlichte Studie nach. 

Fazit: Sorgen Sie auf natürliche Weise für eine gute Versorgung mit Vitamin D und lassen Sie regelmäßig Ihren Vitamin D-Status überprüfen. Falls ein Mangel vorliegt, sollten Sie ihn angemessen ausgleichen, um das Immunsystem gegenüber Infektionen zu stärken. Von einer eigenmächtigen Selbstbehandlung mit Vitamin D raten Experten ab.

Vitamin D-Mangel natürlich vorbeugen

Sich ausreichend mit Vitamin D zu versorgen, ist nicht nur mit Blick auf die Lunge entscheidend. Positive Effekte auf zahlreiche andere Organe wurden nachgewiesen, beispielweise schützt Vitamin D vor Osteoporose und beugt Herzkreislauferkrankungen vor. Ein Mangel steht in Verbindung mit Depressionen, Diabetes, Autoimmun- und Krebserkrankungen. Insofern lohnt es sich aus vielen Gründen, auf eine gute Versorgung zu achten. Folgende zwei Faktoren helfen einem Mangel auf natürliche Weise vorzubeugen:

Vitamin D durch Sonnenlicht

Um Vitamin D herzustellen, benötigt der Körper vor allem Licht. Insgesamt 80 bis 90 Prozent der körpereigenen Produktion von Vitamin D geschieht auf diese Weise, nur 10 bis 20 Prozent nehmen wir über die Nahrung auf. Dabei wird das Hormon Dehydrocholesterol (Prävitamin D3) in der Haut durch UV-B-Strahlen in inaktives Vitamin D3 umgewandelt. Bei Bedarf kann daraus dann das aktive Vitamin D hergestellt werden. 

Schon 15 Minuten Sonnenlicht pro Tag reichen aus, um die körpereigene Vitamin D-Produktion anzuregen. Versuchen Sie also möglichst ohne Lichtschutzfaktor täglich ein bisschen Sonne "zu tanken". Vermeiden Sie dabei die pralle Mittagssonne, Tageslicht wie morgens oder an bedeckten Tagen ist völlig ausreichend. 

Vitamin D-haltige Lebensmittel

Versuchen Sie mindestens einmal in der Woche Fisch zu essen. Es schmeckt nicht nur gut, sondern erhöht auch Ihren Vitamin D-Spiegel. Vor allem fettreiche Fische wie Lachs, Aal, Hering, Makrele enthalten viel Vitamin D. Die meisten Gemüsearten besitzen nur einen geringen Anteil an Vitamin D. Pilze sind allerdings eine Ausnahme, sie enthalten einen vergleichsweise hohen Anteil. Gerade im Herbst ist das Angebot an frischen, regionalen Pfifferlingen, Champignons oder Steinpilzen groß.