Menschen mit COPD (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung), die an einer pneumologischen Rehabilitation teilnehmen, sind körperlich leistungsfähiger, haben weniger Atemnot und verbessern ihr Wohlbefinden. Zu diesem Schluss kommt ein deutsches Experten-Team, das verschiedene Studien zum Thema "COPD und Reha" analysiert hat.

Die COPD ist eine Volkskrankheit, an der in Deutschland 13,2 Prozent der über 40-Jährigen erkrankt sind. Typische Symptome sind Atemnot und Husten mit Auswurf. Die Lebensqualität der betroffenen Menschen ist oft stark eingeschränkt. Ist die Krankheit fortgeschritten, schädigt die COPD auch das Herz. Die Muskeln bauen sich langsam ab und Betroffene verlieren Gewicht. Viele COPD-Patienten leiden zudem unter Blutarmut.

Mittels Reha aktiv gegensteuern

Aktives Gegensteuern ist daher umso wichtiger, um zu verhindern, dass sich die Krankheit weiter verschlechtert. Medikamente helfen dabei. Ob und wie sich eine sogenannte pneumologische Rehabilitation (Pneumologie, griechisch für Lungenheilkunde) auswirkt, war bis dato nicht klar. Ein Team von Forschern um den Lungenheil-Spezialisten Rainer Gloeckl hat diese Frage nun mit "ja" beantwortet. Eine Reha ist demnach für alle COPD-Patienten gut, ganz egal wie schwer sie erkrankt sind. Sie empfiehlt sich besonders, nach akuten Verschlechterungen - sogenannte Exazerbationen - der Krankheit.

Die Studie im Einzelnen: In einem 6-Minuten-Gehtest konnten die Betroffenen nach der Reha im Schnitt 44 Meter weiter gehen im Vergleich zu vorher. Sie fühlten sich besser und hatten weniger Atemnot. Nach akuten Verschlechterungen waren die Ergebnisse aus Sicht der Forscher besonders überzeugend: Durch die Reha hatten die Betroffenen danach deutlich seltener Krankenhausaufenthalte.

Eine pneumologische Rehabilitation wird individuell auf jeden COPD-Patienten zugeschnitten. Teile des Trainingsprogramms sind zum Beispiel:

  • Schulung: Sie vermittelt den Patienten, worauf sie beim Einnehmen der Medikamente achten müssen beziehungsweise wie sie die Geräte zum Inhalieren richtig anwenden. Sie erfahren auch, wie sie sich vor Situationen schützen, die die Krankheit verschlimmern können (zum Beispiel: Schadstoffe, Allergieauslöser, Infektionsquellen).
  • Verzicht auf Zigaretten, falls noch nicht geschehen: Erfahrungen zeigen, dass ein Rauchstopp fernab des Alltags leichter ist.
  • Diätberatung: Durch ein spezielles Ernährungsprogramm können die Patienten entweder gezielt überflüssige Pfunde abbauen oder bei Untergewicht fehlende Kilos wieder zulegen – möglichst als Muskelmasse.
  • Atemphysiotherapie: Die Patienten lernen Selbsthilfetechniken, mit dem das erschwerte Atmen leichter wird - sowohl in Ruhe als auch unter Belastung.
  • Ausdauer- und Krafttraining (Gehen, Walking, Radfahren, gezieltes Hanteltraining)