Warum inhalieren?

Das tiefe Einatmen von Wirkstoffen in Form von Dämpfen und fein zerstäubten Flüssigkeiten bezeichnet man als Inhalation. Bei regelmäßiger Anwendung kann sie die Atmung bei Menschen mit COPD verbessern. Das Inhalieren von Kochsalzlösung befeuchtet die Atemwege, was das Abhusten von Schleim erleichtert. Werden Medikamente über einen Inhalator verabreicht, gelangen diese beim tiefen Einatmen direkt in die Lunge und können dort ihre Wirkung entfalten. Bei der Einnahme von Tabletten hingegen müssen die Stoffe erst den gesamten Organismus durchlaufen, um zum Zielort zu gelangen. Das erfordert eine höhere Dosierung und kann zu mehr Nebenwirkungen führen.

Ob das inhalierte Medikament in der gewünschten Dosis in der Lunge ankommt, hängt stark von der Anwendung ab. Diese unterscheidet sich je nach Inhalationssystem.

Welche Systeme gibt es?

Die verschiedenen Inhalationssysteme lassen sich grob in folgende Gruppen einteilen:

  • Pulverinhalatoren: Der Wirkstoff liegt als Pulver vor und wird durch das Einatmen freigesetzt. Damit die volle Dosis in die Atemwege gelangt, ist normalerweise ein kräftiger Atemzug nötig. Das kann für Kinder oder schwer erkrankte Personen schwierig sein und ist daher für sie weniger geeignet.
  • Dosieraerosole (Sprays): Dies ist die häufigste Variante. Ein Sprühstoß mit dem Wirkstoff wird je nach Gerät per Hand oder durch einen Atemzug ausgelöst. Bei manueller Bedienung muss der Sprühstoß gemeinsam mit der Einatmung erfolgen. Diese Koordination erfordert etwas Übung. Dosieraerosole können auch mit Inhalationshilfen (sogenannten Spacern) kombiniert werden, welche die Bedienung erleichtern. Spacer werden wie ein erweitertes Mundstück an das Dosieraerosol gesteckt.
  • Flüssigkeitsvernebler (Feuchtinhalatoren): Über ein Mundstück oder eine Maske wird über mehrere Minuten eine Kochsalzlösung eingeatmet, die mit Medikamenten angereichert ist. Da die Dosis über einen längeren Zeitraum freigesetzt wird, fallen einzelne schwache Atemzüge weniger ins Gewicht, und die richtige Menge an Medikamenten kann in der Lunge ankommen.
  • Respimat®: Es handelt sich um ein System, das sich zwischen Dosieraerosole und Flüssigkeitsvernebler einordnen lässt. Es erzeugt eine sich langsam ausbreitende Sprühwolke und eignet sich besonders für Menschen, die eine starke Atemwegsverengung oder Probleme mit der Koordination von Sprühstoß und Einatmung haben.

Die richtige Anwendung

Ihr Arzt wird in Absprache mit Ihnen das System aussuchen, das für Sie am besten geeignet ist. Da alle Geräte nur bei korrekter Anwendung Erfolge erzielen, sollten Sie sich die Bedienung von Ihrem Arzt genau erklären lassen und gegebenenfalls unter Aufsicht üben. Unterstützung für Zuhause bieten auch die Videos der Atemwegsliga, die die Verwendung einzelner Modelle veranschaulichen.