Grillen gehört für viele Menschen zum Sommer dazu. Man grillt mit Familie oder Freunden und genießt das schöne Wetter. Doch für Menschen mit COPD ist der Rauch beim Grillen für die Lunge besonders schädlich und kann schnell zu Atemnot und Hustenanfällen führen, vor allem wenn Holz verbrannt wird.

Die Lunge schützen

Um die gesundheitsschädlichen Wirkungen von Tabakrauch zu reduzieren, gibt es keine andere Lösung als darauf zu verzichten. Anders sieht es mit dem Grillen aus. Indem Betroffene die Rauchentwicklung beim Grillen reduzieren, müssen sie auch mit COPD nicht auf dieses entspannende, sommerliche Freizeitvergnügen verzichten: 

1. Nutzen Sie einen Gas- oder Elektrogrill

Ein Gas- oder Elektrogrill hat den Vorteil, dass deutlich weniger Rauch entsteht als bei Kohle- oder Holzfeuern. 

2. Verwenden Sie eine Abdeckung für den Grill

Durch eine Grillhaube oder Abdeckung sind Sie trotz Rauchentwicklung besser geschützt, da die Abdeckung den Rauch daran hindert sich weiter auszubreiten. Im Zweifel stellen Sie den Grill außerdem noch an eine weiter entfernte Stelle.

3. Würzen Sie mit frischen Kräutern

Beim Grillen von Fleisch werden sogenannte "heterozyklische aromatische Amine" freigesetzt, die typische COPD-Symptome auslösen können. Kräuter wie Salbei, Thymian oder Rosmarin wirken dagegen beruhigend. Sie enthalten sekundäre Pflanzenstoffe, welche die Freisetzung der Amine um ein Viertel senken können. Frische Kräuter schmecken also nicht nur gut, sondern schützen auch vor Atemnot und Husten. 

4. Essen einwickeln

Tropft Flüssigkeit oder Fett auf die heiße Oberfläche des Grills, entsteht zusätzlicher Rauch. Um dies zu verhindern, eignen sich feuerfeste Grillschalen aus Edelstahl, in die das Grillgut zum Anbraten gelegt wird. Auf diese Weise oder durch Alufolie wird die Rauchentwicklung beim Grillen auf ein Minimum beschränkt.

US-Studie: COPD und Grillfeuer

Ein amerikanisches Forscherteam untersuchte, wie sich das Einatmen von Rauch beim Grillen auf den Verlauf einer COPD auswirkt. Die Teilnehmenden der Kohortenstudie waren ehemalige oder aktuelle Rauchende aus New Mexico und in einem Alter zwischen 40 und 75 Jahren.

Das Ergebnis: Regelmäßiges Grillen und das Einatmen von Holzrauch führte zu einer schlechteren Lungenfunktion mit chronischer Bronchitis und zunehmender Verengung der Atemwege. Diese Wirkung trat verstärkt bei aktiven Rauchenden, Männern sowie bei Trägern einer bestimmten genetischen Variante auf. Teilnehmende mit einer sogenannten "Promotor-Methylierung" von bestimmten Genen (Gen p16- und GATA4) hatten bei Holzrauch im Vergleich zu Teilnehmenden ohne diese genetische Variante eine verringerte Lungenfunktion.

Fazit: Menschen mit COPD sollten sich laut Studie besonders gut mit den Risiken beim Grillen beschäftigen, aber vor allem mit dem Rauchen aufhören. Forscher warnen ausdrücklich, dass Zigarettenrauch die schädliche Wirkung von Rauch aus Grillfeuern zusätzlich verstärkt.