Jede Lungenkrankheit kann sich unmittelbar auf das Herz auswirken. Insofern überrascht es nicht, dass rund die Hälfte der Patienten mit COPD zusätzlich noch unter einer Erkrankung des Herzkreislaufsystems leiden. 

Ottawa COPD Risikoskala

Kanadische Forscher untersuchten jetzt in einer großangelegten Studie Patienten, die sich in einer Notaufnahme wegen akuter COPD-Symptome vorstellten. Dabei testeten sie ein Bewertungssystem - eine zehn Punkte-Risikoskala - um schnell zu erkennen, welche Patienten ernste Komplikationen wie eine Herzinsuffizienz entwickeln könnten. In der Punktebewertung spielten Vorerkrankungen wie zum Beispiel Gefäßerkrankungen in Armen und Beinen, ein Bypass, aber auch die Pulsfrequenz, das EKG und die Sauerstoffsättigung des Blutes eine Rolle. Das Ergebnis der Studie war eindeutig positiv: Die COPD-Risikoskala hilft Ärzten zu entscheiden, ob Patienten nach der ambulanten Behandlung in der Notaufnahme wieder nach Hause gehen können oder ob eine stationäre Einweisung sicherer ist, weil eine Herzinsuffizienz vorliegen könnte. 

Diese Beschwerden macht eine Herzinsuffizienz

Hinter einer Attacke von Luftnot kann sich eine noch nicht entdeckte Herzinsuffizienz verbergen, die umgehend behandelt werden muss. Das hat folgenden Grund: Bei einer COPD gelangt häufig zu wenig sauerstoffreiches Blut in den Körper. Dadurch muss das Herz die Pumpleistung erhöhen, was auf Dauer zu einer Herzschwäche führen kann. Meist ist hierbei das rechte Herz betroffen und das kann sich durch Beschwerden bemerkbar machen, die Sie kennen sollten:  

  • Luftnot oder Herzstolpern bei körperlicher Anstrengung
  • Müdigkeit und schnelle Erschöpfung
  • verminderte Leistungsfähigkeit
  • Wassereinlagerungen (Ödeme) in den Beinen, Knöcheln und am Bauch
  • häufiger nächtlicher Harndrang
  • auffallend hervortretende Halsvenen

Weil eine COPD ebenfalls Luftnot, Müdigkeit und Erschöpfung verursachen kann, ist es nicht ganz einfach nur anhand der Symptome zu erkennen, ob sich gerade eine Herzschwäche entwickelt. Deshalb veranlasst Ihr Arzt bei Bedarf Tests und Untersuchungen, wie zum Beispiel einen Herzultraschall, um genaue Informationen über die Funktionsfähigkeit Ihres Herzens zu erhalten. 

Tipp: Patienten, die bereits eine bestehende Erkrankung des Herzens oder der Gefäße haben, beispielsweise einen Bypass, sollten bei einer akuten Verschlechterung der COPD immer auch an ihr Herz denken und im Zweifel den Arzt in der Notaufnahme gezielt danach fragen.