Was hat Diabetes mit den Nieren zu tun?

Unsere Nieren filtern überflüssige oder schädliche Stoffe aus dem Blut. Bei lang bestehendem Diabetes ist das Risiko von Schädigungen der Niere erhöht: Etwa 15 Prozent der Menschen mit Typ-1-Diabetes in Deutschland sind von einer Funktionsstörung der Niere, der sogenannten diabetischen Nephropathie, betroffen. Das kann mehrere Ursachen haben: Erhöhte Blutzuckerwerte können die Blutgefäße in der Niere schädigen - als Folge lässt die lebenswichtige Filterfunktion nach. Hoher Blutdruck oder eine Fettstoffwechselstörung belasten die Niere zusätzlich, sodass weitere Schädigungen entstehen - ein Teufelskreis. Im schlimmsten Fall kann eine schwere Beeinträchtigung zu Nierenversagen führen und eine Nierenersatztherapie zur Folge haben.

Früherkennung: wichtig und hilfreich

Die Anzeichen einer Nierenschädigung werden häufig erst im späten Verlauf der Erkrankung bemerkt. Eine frühe Behandlung kann jedoch bleibende Schäden verhindern und beginnende Veränderungen rückgängig machen. Daher sollten die Nieren bei Diabetes auch ohne Beschwerden oder Krankheitszeichen regelmäßig untersucht werden:

Betroffene mit Typ-1-Diabetes ohne bisher bekannte Nierenerkrankung sollten

  • ab dem elften Lebensjahr oder
  • nach einer Erkrankungsdauer von fünf Jahren

jährlich folgende Untersuchungen bei ihrem Arzt durchführen lassen:

  • die Überprüfung der Ausscheidung von bestimmten Eiweißen (Albuminen) mit dem Harn (die sogenannte Albumin-Kreatinin-Ratio) und
  • die Beurteilung der Nierenfunktion (die sogenannte glomeruläre Filtrationsrate).

Die richtige Ernährung - auch für Typ-1-Diabetiker wichtig

Typ-1-Diabetiker genießen in den Ernährungsempfehlungen größere Freiheiten als Typ-2-Diabetiker. Allerdings können sich gerade bei Heranwachsenden, bei schon bestehenden Nierenschäden oder bei weiteren Begleiterkrankungen die Ernährungsempfehlungen ändern. Dann muss die Ernährung individuell und je nach Situation angepasst werden.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einem Ernährungsberater über eine auf Ihre Erkrankung abgestimmte Ernährung.

Was tut den Nieren gut?

Folgende Faktoren wirken sich positiv auf die Funktion der Nieren aus:

  • Ein konstanter, gut eingestellter Blutzuckerwert (Kontrolle alle drei Monate empfohlen),
  • die Senkung des Blutdrucks und
  • ein gut eingestellter Fettstoffwechsel.

Neben regelmäßigen ärztlichen Kontrollen können Sie auch selbst etwas für Ihre Nieren tun: Eine gesunde Ernährung, viel Bewegung, ein normales Gewicht und bei Bedarf eine Rauchentwöhnung beeinflussen das Herz-Kreislauf-System und den gesamten Stoffwechsel positiv - und damit auch Ihre Nieren.