Früher durften Typ-1 Diabetiker keinen Zucker zum Süßen verwenden und damit waren zuckerhaltige Plätzchen und Co. tabu. Dieser Verzicht muss nicht sein.  Experten erlauben heute ein gewisses Maß an Zucker. Allerdings darf es bei Gesunden nicht mehr als 50 Gramm pro Tag sein und bei Diabetikern maximal etwa 25 Gramm, inklusive versteckte Zucker zum Beispiel in Obst. Wenn der Geschmack auch ohne Einfachzucker - dazu zählen Traubenzucker, Fruchtzucker und Haushaltszucker - doch etwas süßer sein soll, können Diabetiker auf alternative Süßungsmittel zurückgreifen und den Zucker beim Backen "kreativ" ersetzen oder zumindest reduzieren. 

Wichtig zu wissen:

Normaler Haushaltszucker oder Traubenzucker erhöhen den Blutzucker innerhalb kürzester Zeit. Zuckeraustauschstoffe, wie Fruchtzucker (Fruktose) oder Süßstoffe wie Sorbit beeinflussen den Blutzucker dagegen nur wenig. Dennoch sind sie kein gesunder Ersatz, da sie meist schlecht verdaut werden und zu Blähungen oder sogar Durchfall führen können. Aus diesem Grund wurden übrigens spezielle Diabetiker-Produkte mit Zuckeraustauschstoffen schon 2012 vom Markt genommen. 

Komplexe Zucker als gesunde Alternative 

Zucker ist nicht gleich Zucker, das gilt für die Wirkung auf den Blutzuckerspiegel und nach neuesten Erkenntnissen auch für das Herzkreislaufrisiko. Forscher aus Deutschland und Österreich haben 38 Ernährungsstudien ausgewertet, die verschiedene Zucker in ihrer Wirkung auf die Gesundheit miteinander verglichen haben. Dabei kamen sie zu erstaunlichen Ergebnissen:

  • Der Verzehr von Fruchtzucker als Zuckerersatz hat einen negativen Einfluss auf die blutzuckersenkende Wirkung von Insulin im Körper und auf die Blutfette, die wiederum das Herzkreislauf-Risiko erhöhen. 
  • Der Ersatz von Fruchtzucker durch Traubenzucker verbesserte die Reaktion der körpereigenen Zellen auf Insulin (Insulinresistenz).
  • Der Ersatz von Fruchtzucker und Haushaltszucker durch Stärke senkte bei gleichbleibendem Kaloriengehalt das schädliche Low-Density-Lipoprotein (LDL)-Cholesterin, welches mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergeht. Der Ersatz von Haushaltszucker durch Stärke führte außerdem zu einer Senkung des Nüchternblutzuckers. 

Das Fazit der Forscher

Komplexe Kohlenhydrate wie Stärke haben offenbar einen positiven Effekt für Ihre Herzgesundheit. Allerdings konnte dies bisher nur in Kurzzeitstudien mit einer Dauer von weniger als 8 Wochen nachgewiesen werden. Weitere Studien sind deshalb aus Sicht der Forscher erforderlich. 

Was ist Stärke? 

Stärke zählt zu den "komplexen Kohlenhydraten" und besteht als Mehrfachzucker aus verschiedenen Glukose-Bausteinen. Gebildet wird natürliche Stärke nur von Pflanzen. Getreide und Kartoffeln gehören zum Beispiel zu den stärkereichen Lebensmitteln. 

Plätzchen backen: Tipps für Diabetiker 

Damit Sie nicht auf das weihnachtliche Plätzchenbacken verzichten müssen, können Sie jedes Rezept leicht abwandeln: 

  • Ersetzen Sie helles Weizenmehl durch Weizen- oder besser noch durch Dinkelvollkornmehl und geben Sie etwas mehr an Flüssigkeit, als im Rezept steht, dazu.  
  • Reduzieren Sie den angegebenen Zuckeranteil deutlich und verwenden Sie stattdessen kalorienarme Zuckerersatzstoffe, die den Blutzucker wenig beeinflussen, wie zum Beispiel Stevia. 
  • Ersetzen Sie Zitronat und Orangeat durch die abgeriebenen Schalen unbehandelter Orangen und Zitronen. 
  • Statt Vanillezucker nehmen Sie pures Vanillepulver, dies verändert das Geschmackserleben und spart Süßungsmittel. 

Wer möchte, kann die Plätzchen auf der Basis von Mandel- oder Reismehl backen oder auch Kartoffeln als Ersatz verwenden. Diese glutenfreien, stärkehaltigen Alternativen können Sie laut Studien als Diabetiker anstelle von herkömmlichem Mehl verwenden und damit Ihre Herzgesundheit fördern.