In den Herzkranzgefäßen bilden sich bei an Diabetes Erkrankten, häufiger als bei gesunden Menschen, gefährliche Ablagerungen und Engstellen, die im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt führen können. Rauchen, Bluthochdruck und erhöhte Cholesterinwerte, aber auch Diabetes führen zu einer chronischen Entzündung an der Innenhaut von Arterien. An diesen Stellen bilden sich im Laufe der Zeit sogenannte "Plaques" aus Fett, Kalk und Bindegewebe. 

Durch die erhöhten Blutzuckerwerte und den veränderten Fettstoffwechsel bei Diabetes sind aber nicht nur die Herzkranzgefäße betroffen, sondern auch kleinste Gefäße im ganzen Körper, Nerven und sogar die Blutplättchen (Thrombozyten). Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes kommt es dadurch schneller zu einer Verklumpung von Blutplättchen, die an den Plaques kleben bleiben und das Gefäß verstopfen. Der aufgrund des verminderten Blutdurchfluss entstehende Sauerstoffmangel macht sich anfangs nur bei körperlicher oder auch psychischer Belastung durch typische Beschwerden bemerkbar oder bleibt lange Zeit unbemerkt, bis die Betroffenen mit einem Herzinfarkt in die Klinik kommen. 

Symptome sind wichtige Warnzeichen 

Fast jeder weiß heute, dass wiederkehrende Brustschmerzen auf eine Herzerkrankung hindeuten und eine Untersuchung beim Hausarzt angeraten ist. Aber so einfach ist es nicht, vor allem nicht für Menschen mit Diabetes. Auf der Basis früherer Studien nahm man an, dass eine Koronare Herzerkrankung bei Diabetes-Erkrankten häufig keine Symptome verursacht oder sich durch andere, untypische Beschwerden äußert, wie Übelkeit, Bauchschmerzen oder Atemnot.

Als Grund für fehlende Brustschmerzen kommt bei Diabetes eine Schädigung von Nerven in Frage, die zu einer Störung der Schmerzwahrnehmung führen kann. Forscher fanden jetzt aber in einer groß angelegten Studie an 35.000 Notfallpatienten heraus, wie häufig unspezifische Symptome bei einer Koronaren Herzerkrankung sind, unabhängig davon, ob jemand zusätzlich noch an Diabetes leidet. Insgesamt sind laut CHARITEM-Studie wiederkehrende Brustschmerzen - so genannte "Angina pectoris Beschwerden" - in über 80 Prozent der Fälle bei Diabetikern das wichtigste Warnzeichen für eine Koronare Herzerkrankung. 

Wichtig zu wissen: Um auch eine symptomfreie KHK sicher auszuschließen, sollten Menschen mit Typ-2-Diabetes ihr Herz regelmäßig untersuchen lassen. Denn durch den Diabetes steigt das Risiko, an einer KHK zu erkranken deutlich an. Bei Diabetikerinnen kann das KHK-Risiko laut Experten sogar bis zu sechsfach erhöht sein. Je früher also die Diagnose gestellt wird, desto größer sind die Chancen auf eine frühzeitige Therapie und einen guten Verlauf der Erkrankung.

Vorbeugung ist die beste Therapie

Betroffene mit Typ-2 Diabetes benötigen zur Behandlung einer Koronaren Herzerkrankung in den meisten Fällen Medikamente. Allerdings haben die gängigen Wirkstoffe nicht nur eine schützende Funktion für das Herz-Kreislauf-System, sondern meist auch unerwünschte Nebenwirkungen auf den Blutzucker. Aus diesem Grund und um Ablagerungen vorzubeugen, sollten Diabetiker mit einer KHK folgendes beachten:

  • Blutzuckereinstellung optimieren
  • Regelmäßige Blutdruckkontrolle
  • Cholesterin und Blutfette senken
  • Wechselwirkungen besprechen 

Entscheidend für den Erfolg der Therapie ist außerdem eine fett- und cholesterinarme Ernährung, die aber reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren sein sollte. Diese "herzgesunden" Fette sind beispielsweise in Fisch, pflanzlichen Ölen, Nüssen und Avocados enthalten und gehören in Maßen regelmäßig auf den Tisch. Eine positive und regulierende Wirkung auf den Blutdruck, die Cholesterinwerte und den Blutzucker haben nachweislich Bewegung und Sport. Durch körperliche Aktivitäten wird Stress abgebaut und der Blutfettspiegel sinkt. Hierdurch wird die Herzgesundheit gestärkt und das Risiko für Ablagerungen reduziert. Dabei ist es wichtig, das Trainingsprogramm an die eigene Fitness anzupassen. Es geht nicht darum, innerhalb kurzer Zeit körperliche Höchstleistungen zu vollbringen, sondern regelmäßig Sport zu treiben und die Freude daran nicht zu verlieren.