Jeder Patient mit Diabetes lernt ab der Diagnose, selbstverantwortlich mit der Krankheit umzugehen. Bei Kindern ist das anders, hier müssen die Eltern über viele Jahre hinweg die Verantwortung und das tägliche Management aus Messen und Spritzen, Trösten und Motivieren übernehmen.

Außerdem sind Eltern in besonderem Maße gefordert, wenn der Besuch der Schule ansteht, denn mit den drohenden Über- und Unterzuckerungen ist ein "normaler" Schulalltag schwer möglich. Aber gerade ein ausgeglichener Blutzuckerspiegel ist für das Lernen und die geistige Entwicklung besonders wichtig. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, geben laut AMBA-Studie vor allem Mütter ihre Berufstätigkeit auf oder schränken sie stark ein, was zum Teil erhebliche finanzielle Nachteile für die ganze Familie und dadurch psychische Belastungen mit sich bringt. Hier fordern Diabetes-Fachgesellschaften ein Umdenken und mehr Unterstützung durch den Gesetzgeber für betroffene Familien.

Unser Tipp: Mütter und Väter, die ein Kind mit Diabetes versorgen, sollten von Anfang an besonders gut und achtsam für sich selbst sorgen. Mit Hilfe dieser "Selbst-Fürsorge" können Eltern ihre eigene körperliche und seelische Gesundheit effektiv stärken.

Für Eltern: Das AMBA-Projekt* 

Das Institut für Medizinische Psychologie der Medizinischen Hochschule Hannover befragte in der AMBA-Studie bundesweit Eltern, die ein Kind mit Diabetes versorgen. Das Ergebnis: 39 Prozent der Mütter reduzierten ihre Berufstätigkeit, 10 Prozent gaben sie ganz auf. Fast die Hälfte der Befragten gab an, dadurch große finanzielle Einbußen zu erleiden. Je früher ein Kind an Diabetes erkrankt, desto ausgeprägter empfanden die Eltern psychische, soziale und finanzielle Nachteile. Im Vergleich mit einer Befragung von 2004 haben sich die Ergebnisse nicht verbessert, sondern die Eltern gaben sogar mehr Belastungen an.

Weitere Informationen zum AMBA-Projekt 

* die Abkürzung steht für: Alltagsbelastungen der Mütter von Kindern mit Typ-1-Diabetes: Auswirkungen auf Berufstätigkeit und Bedarf an Unterstützungsleistungen im Alltag

Drei Schritte-Programm für eine bessere Selbstfürsorge

Der Begriff der "Selbstfürsorge" beschreibt die Fähigkeit, gut mit sich umzugehen, ähnlich wie eine gute Freundin oder ein guter Freund.

Selbstfürsorge wirkt nicht wie ein Medikament, bei dem man sofort eine Besserung spürt, sondern ist ein individueller, sehr persönlicher Lernprozess. Für sich zu sorgen kann in jeder Lebensphase oder Situation anders aussehen, insofern gibt es kein allgemein gültiges "Rezept".

Bewährt hat sich aber das Drei Schritte-Programm aus der Achtsamkeitsmedizin:

Schritt 1: Bedürfnisse wahrnehmen - Nehmen Sie sich Zeit und Raum dafür, Ihre eigenen Bedürfnisse wieder zu spüren, zum Beispiel in Form eines Tagebuches oder mit einer Achtsamkeitsmeditation.

Schritt 2: Belastungen einschätzen - Trennen Sie Ihre Bedürfnisse von möglichen Anforderungen, die Sie selbst an sich stellen oder die von außen kommen.

Schritt 3: Sich selbst stärken - Schützen Sie Ihre eigene Gesundheit und nehmen Sie Signale des Körpers und der Seele ernst. Nehmen Sie sich bewusst Zeit für Hobbys, die Spaß machen und pflegen Sie eine Pausenkultur.

Wichtig zu wissen: Wenn sich Beruf, Familie und Haushalt nicht gut vereinbaren lassen, leiden vor allem Frauen darunter. Eine großangelegte Studie aus Brasilien zeigte jetzt, dass eine gestörte "Work-Life-Balance" bei Frauen stärker auf Kosten eines herzgesunden Lebensstils geht. Das sollten Frauen ändern, Männer aber auch.

Selbstfürsorge: Nutzen Sie das digitale Angebot der TK

Damit Eltern von zuhause aus etwas für die eigene Gesundheit tun können, stellt Ihnen die Techniker Krankenkasse exklusiv als Mitglied zahlreiche digitale Gesundheitsangebote zur Verfügung, die Sie in Ihrem Bemühen unterstützen. Das Angebot umfasst Gesundheitsapps zum Beispiel bei Migräne und Allergien mit einem digitalen Beschwerdetagebuch, das Sie einfach auf dem Mobilgerät führen und gemeinsam mit Ihrem Arzt auswerten können. Konkrete Tipps und Anleitungen erhalten Sie zum Beispiel über die neue App TK Smart Relax, die Sie problemlos mit Assistenzsystemen wie Alexa verbinden können.