Die Zahl der Patienten mit Typ 2-Diabetes steigt seit Jahren an, gleiches gilt für Osteoporose. Wissenschaftler haben sich jetzt damit beschäftigt, ob ein Zusammenhang zwischen diesen beiden Erkrankungen besteht, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben. 

Was ist Osteoporose? 

Damit Ihre Knochen stabil und trotzdem leicht sind, bestehen sie aus einer balkenförmigen Knochenstruktur, der Spongiosa. Bei Osteoporose ist der Knochenaufbau gestört, so dass die tragenden Balken im Knochen weniger und schwächer werden, die Hohlräume dazwischen dagegen größer. Dadurch nimmt die Knochenstabilität insgesamt ab, als Folge kommt es schneller zu Knochenbrüchen. Etwa sechs Millionen Menschen in Deutschland haben laut Deutscher Gesellschaft für Endokrinologie Osteoporose, etwa 80 Prozent von ihnen sind Frauen. 

Das können Sie selbst tun

Der altersbedingte Abbau von Knochensubstanz nimmt bei allen Menschen ab dem 30. Lebensjahr kontinuierlich zu, bei Frauen ab fünfzig allerdings stärker als bei Männern in dem Alter. Diesen Abbauprozess können Sie durch ein gesundheitsbewusstes Verhalten verlangsamen oder im umgekehrten Fall leider auch beschleunigen. Als Diabetiker sollten Sie diesen Einfluss auf Ihre Knochengesundheit unbedingt zu Ihrem Vorteil nutzen. 

Knochenabbau verlangsamend: 

  • Sport und Bewegung
  • Gesunde, kalziumreiche Ernährung 
  • Ausreichender Vitamin D-Spiegel

Knochenabbau verstärkend: 

  • Kalzium und Vitamin D-Mangel 
  • Rauchen und hoher Alkoholkonsum 
  • Langzeittherapie mit Kortison 

Diabetes beeinflusst die Knochenstabilität

Anders als oft gedacht, spielen bei der Entstehung von Osteoporose offenbar nicht nur die kalziumabhängigen Hormone eine Rolle. Laut Wissenschaftlern kann sich die veränderte Stoffwechsellage bei Diabetes nachteilig auf Ihre Knochenstabilität auswirken. Sie fanden bei Diabetikern allgemein eine geringere Knochenaufbaurate und bei Typ 2 Diabetes in Kombination mit starkem Übergewicht ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche bzw. Osteoporose. 

Entzündliche Prozesse bei Diabetes sind nach diesen Studien der Grund dafür, dass bei Diabetes weniger knochenaufbauende Zellen (Osteoblasten) gebildet werden und die vorhandenen schneller absterben. Erschwerend kommt eine schlechtere Heilung hinzu, wenn Knochen brechen. 

Diagnostik 

Um eine Osteoporose oder ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche zu erkennen, empfehlen Experten auch bei Diabetikern die ansonsten üblichen diagnostischen Verfahren, wie eine Knochendichtemessung. Bei Typ-2-Diabetes wird dabei häufig ein verminderter Knochenumbau diagnostiziert. Obwohl die Knochendichte vielfach normal ist, kann die Knochensubstanz bei Typ 2-Diabetikern aber laut Experten trotzdem geschwächt sein. Insofern bedeutet eine unauffällige Knochendichtemessung bei Diabetes noch keine Entwarnung. Im Zweifel sind bei verdächtigen Knochenbrüchen weitere Untersuchungen auf Osteoporose erforderlich. 

Wichtig zu wissen:

Entgegen früherer Annahmen sind Menschen mit leichtem Übergewicht und Diabetes keineswegs vor Osteoporose geschützt. Eine zentrale Rolle spielt dabei das erst vor einigen Jahren entdeckte Hormon Adiponectin. Es erhöht u.a. die Insulinproduktion und beeinflusst die Insulinwirkung an den Zellen positiv. Aerober Sport erhöht bei Diabetes den Adiponectionspiegel und dies wirkt sich günstig auf die Knochengesundheit aus.