Die Leber ist das größte Stoffwechselorgan unseres Körpers und hat vielfältige Aufgaben. Frauen und Männer, die mehr Alkohol trinken als ihnen bekommt, können dadurch eine "alkoholbedingte Fettleber" entwickeln, die Vorstufe einer Leberzirrhose. Das Gleiche passiert aber auch, wenn man sich von Fast Food ernährt oder Übergewicht hat. Der Körper lagert dann überschüssige Energie als Fettreserve ein. Die Folge: Auf Dauer verfettet das Lebergewebe und dies erschwert den normalen Stoffwechsel erheblich. Mediziner sprechen hierbei von der "nicht-alkoholbedingten Fettleber". In Deutschland sind schätzungsweise 20-30 Prozent der Erwachsenen und zunehmend auch Kinder von einer Fettleber betroffen, Tendenz stark steigend. 

Anfangs macht eine Fettleber kaum Beschwerden 

Die Einlagerung von Fett in das Lebergewebe ist ein schleichender Prozess, der anfangs kaum Beschwerden macht. Erst wenn die Leber an Größe zunimmt, macht die Fettleber spürbare Symptome. Die Betroffenen berichten meist aber nur allgemeine Symptome: Sie sind häufig müde, haben wenig Appetit und klagen über Verdauungsprobleme, wie Blähungen und Völlegefühl. Manchmal kommen Übelkeit und ein Druckgefühl im rechten Oberbauch hinzu. In diesem fortgeschrittenen Stadium können die Leberwerte im Blut schon leicht erhöht sein, müssen es aber nicht. Als Diabetiker haben Sie ein erhöhtes Risiko für eine Leberverfettung, da zu hohe Blutzuckerwerte und ein schlechtes Ansprechen des Körpers auf das blutzuckersenkende Hormon Insulin, aber auch Übergewicht die Einlagerung von Fett in die Leber begünstigt. 

Neue Forschung 

Auf dem Fachkongress für Ernährung, Nährstoffe und Prävention in Baden-Baden wurde jetzt der Grund für die negativen Folgen einer Fettleber auf die Bauchspeicheldrüse vorgestellt: Nach Untersuchungen des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung e.V. (DZD) produziert eine Fettleber größere Mengen des wenig bekannten Hormons Fetuin-A. Dies wirkt sich laut aktueller Studien negativ auf die Sensibilität der Zellen für Insulin aus, es verstärkt oder bildet sich eine Insulinresistenz. Dadurch muss die Bauchspeicheldrüse noch mehr Insulin ausschütten, was die Entstehung eines Diabetes begünstigt oder eine bestehende Erkrankung verschlechtert. 

Therapie und Vorbeugung: Das können Sie tun 

Bei einer Fettleber versucht der Körper das gefährliche Leberfett über das Blut in andere Gewebe und Organe "loszuwerden". Dadurch steigt zusätzlich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bisher gibt es keine medikamentöse Therapie gegen die Fettleber. Deshalb müssen Sie aktiv gegensteuern und der Leber die Chance geben, sich selbst zu regenerieren. Entlasten Sie die Leber, indem Sie auf Alkohol verzichten, das Gewicht normalisieren und gemeinsam mit Ihrem Arzt für einen stabilen Blutzuckerspiegel sorgen. 

Sehr gute Erfolge hat die Umstellung der Ernährung: 

  • Essen Sie weniger Kohlenhydrate, aber dafür mehr Eiweiß. Dadurch fördern Sie den Fettabbau in der Leber. Bevorzugen Sie pflanzliches Eiweiß und 2-3mal pro Woche fettarmes Fleisch oder Fisch. 
  • Trinken Sie ausreichend - vorzugsweise Wasser und ungesüßten Tee.
  • Wasserreiche Gemüse, Salat, Pilze, Beeren und zuckerarme Früchte sind schmackhaft und sorgen für ein gutes Sättigungsgefühl. 
  • Fettverzicht ist nicht nötig. Stellen Sie aber Ihre Ernährung auf gesunde Fette, wie hochwertiges Olivenöl oder Leinöl um. Sie enthalten viele Omega-3-Fettsäuren, die entzündungshemmend wirken und die Fettverbrennung in der Leber fördern. 
  • Leberaktivierend wirkt Vitamin E, das in Nüssen und Pflanzenölen enthalten ist. 

Unser Tipp: Eine Ernährungsumstellung bei Diabetes ist nicht immer einfach. Am besten fragen Sie Ihren behandelnden Arzt im Vorfeld, was Sie persönlich beachten sollten. In jedem Fall ist Stressabbau und regelmäßige Bewegung gesund, auch für Ihre Leber.