Wenn Krankheitserreger wie Bakterien, Pilze oder Viren in unseren Körper eindringen und sich ausbreiten, spricht man von einer Infektion. Unser Organismus reagiert darauf mit einer natürlichen Abwehrreaktion. Er setzt Stoffwechselprozesse in Gang, die das Immunsystem dabei unterstützen, die Eindringlinge zu bekämpfen. Dass der Körper dabei richtig in Fahrt kommt, bemerken wir an einem spürbaren Anstieg der Körpertemperatur - wir bekommen Fieber. Weil dieser Ausnahmezustand mit einem erhöhten Energiebedarf einhergeht, steigt bei einer Infektion der Zuckergehalt im Blut. Ärzte bezeichnen dieses Phänomen als sogenannte Stress-Hyperglykämie (griechisch hyper = übermäßig; glykos = süß; haima = Blut).

Nun haben neue Untersuchungen auch den umgekehrten Zusammenhang bestätigt: Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel - etwa bei einem unzureichend eingestellten Diabetes - erhöht das Risiko für Infektionen.

Typ-1-Diabetes birgt besonders hohes Infektionsrisiko

Eine Studie hat bei über 85.000 Diabetes-Betroffenen im Alter zwischen 40 und 89 Jahren untersucht, in welchem Zusammenhang der sogenannte HbA1c-Wert und das Infektionsrisiko stehen. Der HbA1c-Wert zeigt an, wie der Blutzucker in den letzten Wochen vor der Blutabnahme eingestellt war. Er trifft eine präzisere Aussage über die Blutzuckereinstellung als eine reine "Momentaufnahme" des Blutzuckerspiegels. Denn dieser kann je nach körperlicher Anstrengung, Ernährung, Tageszeit und -form schwanken - auch bei Menschen ohne Diabetes.

Die Wissenschaftler kamen zu folgendem Ergebnis: Grundsätzlich besitzen Menschen mit Diabetes ein höheres Infektionsrisiko als Gesunde, und zwar unabhängig davon, ob ihr Blutzucker gute oder schlechte Werte zeigt. Je schlechter aber der Blutzuckerspiegel eingestellt ist (je höher also der HbA1c-Wert ist), desto größer ist auch das Infektionsrisiko. 

Das heißt jedoch nicht, dass Sie in ständiger Angst vor der nächsten Infektion leben müssen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie Probleme damit haben, Ihren Blutzuckerspiegel im Normbereich zu halten. Darüber hinaus können Sie auch selbst aktiv werden, um einer Infektion vorzubeugen.

Hygiene schützt vor Infektionen

Eine gute Hygiene ist das A und O in Sachen Infektionsvermeidung. Dazu gehört nicht nur, sich regelmäßig die Hände zu waschen. Viele Tipps rund um das Thema Hygiene finden Sie unter "Hygiene ist wichtig". Darüber hinaus stärken Sie Ihren Schutzschild gegenüber Keimen auch mit einer ausgewogenen und gesunden Ernährung, ausreichend Schlaf sowie regelmäßiger körperlicher Bewegung.