Sport bei Typ-1-Diabetes - wo liegen die Risiken?

Mediziner waren lange Zeit vorsichtig, intensive sportliche Betätigung für Patienten mit Typ-1-Diabetes zu empfehlen. Und nach wie vor werden die Risiken der starken Unterzuckerung während des Trainings gefürchtet. Auch unbemerkte nächtliche Zuckertiefs nach abendlichem Sport können dem Körper schaden.

Eine weitere Gefahr ist die Übersäuerung des Körpers: Bei starkem Insulinmangel bleibt der Zucker im Blut und kann nicht mehr vom Körper aufgenommen werden. Um Energie zu gewinnen, baut der Organismus Fettsäuren und Eiweiße ab. Dabei entstehen sogenannte Ketonkörper, die bei vermehrtem Auftreten zu einer schweren Stoffwechselentgleisung bis hin zum Koma führen können.

Prominente Spitzensportler mit Typ-1-Diabetes

Ob Kickboxen, Eishockey, Gewichtheben oder Kunstturnen - es gibt einige bekannte Spitzensportler in allen Altersklassen, die Typ-1-Diabetes mit ihrer sportlichen Leidenschaft verbinden.

Dazu gehört beispielsweise Anne-Fabienne Walz, die mit neun Jahren zu den besten Kunstturnerinnen Deutschlands zählte. Mit Diabetes schaffte es der Gewichtheber Matthias Steiner schon mehrfach zu den Olympischen Spielen und errang 2008 in Peking eine Goldmedaille. 191 Länderspiele absolvierte die deutsche Bundesliga-Eishockeyspielerin Claudia Grundmann. Unbeirrt trainierte sie weiter, obwohl ihr nach dem Ausbruch der Krankheit von den Ärzten geraten wurde, den Leistungssport aufzugeben.

Viele Sportler profitieren inzwischen nicht nur von den technischen Weiterentwicklungen der Insulinpumpen, sondern auch von den zunehmend individuellen Behandlungsoptionen.

Wer darf welchen Sport betreiben?

Grundsätzlich können Menschen mit Typ-1-Diabetes alle Sportarten ausüben, wenn sie ihre Blutzuckerwerte entsprechend überwachen. Allerdings unterscheidet sich das Maß an Belastung je nach Sportart sowie nach der Intensität des Trainings erheblich. Extremsportarten wie beispielsweise Triathlon oder Freeclimbing sollten nur nach eingehender Untersuchung und Absprache mit einem Facharzt betrieben werden.

Was ist bei intensivem Training zu beachten?

  • Grundsätzlich gilt: Wer mit Typ-1-Diabetes intensiver in eine Sportart einsteigen möchte, sollte sich dazu unbedingt ärztlich beraten und kontinuierlich begleiten lassen.
  • Der Blutzucker muss vor und nach dem Training regelmäßig kontrolliert werden. Am besten, Sie führen ein Blutzucker-Tagebuch, so lassen sich die Ergebnisse genauer mit dem zuständigen Arzt besprechen.
  • Generell sind Unterzuckerungen beim Sport folgenreicher als kurzfristig erhöhte Zuckerwerte. Daher ist es wichtig, vor dem Training rechtzeitig genügend Kohlenhydrate zu sich zu nehmen und die Insulindosis individuell anzupassen.
  • Wichtig bei Typ-1-Diabetes ist eine gesunde und ausgewogene Kost. Sie reicht auch als Basis einer verstärkten Betätigung aus.
  • Ein Notfallpaket mit schnell wirkenden Kohlenhydraten wie Bananen, Traubenzucker oder Energieriegeln sowie Wasser bzw. isotonischen Getränken sollte immer mit dabei sein. Zuckerhaltige Getränke werden nur als kurzfristige Gegenmaßnahmen bei Unterzuckerung eingesetzt.
  • Trainingspartner oder Zimmergenossen in Camps müssen aufgeklärt sein, um notfalls eingreifen zu können.