Kohlenhydrate - effektive Energiespender

Kohlenhydrate gehören neben Fetten und Eiweißen zu den Energielieferanten unseres Körpers. Die sogenannten Einfachzucker, wie sie in Weißmehl, Nudeln oder Haushaltszucker enthalten sind, gehen nach dem Essen schnell ins Blut über. Der Blutzucker steigt rasch an, was eine sofortige Insulinausschüttung zur Folge hat. Das Hungergefühl kommt mit dem Abfall des Blutzuckers schnell wieder zurück - ein Teufelskreis, der zur Gewichtszunahme führen kann.

Komplexer aufgebaute Kohlenhydrate sind beispielsweise in Hülsenfrüchten oder Getreideprodukten enthalten. Der Körper braucht länger, um sie aufzuspalten. Der Blutzuckerspiegel steigt und fällt langsam - so stellt sich ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl ein.

Gemäß den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung enthält eine vollwertige Mischkost mehr als 50 Prozent der Energiezufuhr in Form von Kohlenhydraten.

Was ist "Low Carb"?

Bei der "Low-Carb"-Ernährung (engl. low = niedrig, Carbohydrates = Kohlenhydrate) wird der Anteil der Kohlenhydrate im Essen herabgesetzt und durch Proteine und Fette ersetzt. Allerdings legt der Begriff "Low Carb" nicht verbindlich fest, wie hoch der prozentuale Kohlenhydrat-Anteil an der Ernährung ist. Er liegt bei den unterschiedlichen "Low-Carb"-Diäten zwischen 45 und fast 0 Prozent (sogenannte ketogene Diäten).

Meistens wird damit eine Gewichtsabnahme angestrebt, denn wenn dem Körper weniger Energie in Form von Kohlenhydraten zur Verfügung steht, greift er auf seine Fettreserven zurück und baut sie ab. Diese Form der Stoffwechselumstellung (Ketose) führt auch zu einer reduzierten Ausschüttung von Insulin.

"Low Carb" - hilfreich bei Typ-2-Diabetes?

Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass eine konsequente Reduzierung von Kohlenhydraten nicht nur das Körpergewicht senken kann, sondern sich auch positiv auf Blutzucker und Blutdruck auswirkt. Allerdings wird das Thema unter Wissenschaftlern kontrovers diskutiert, und es wird weiter intensiv erforscht, welchen Stellenwert die Kohlenhydrate bei der Ernährung - gerade auch bei Diabetes - idealerweise einnehmen sollten.

Was ist zu beachten?

Wenn Sie deutlich weniger Kohlenhydrate zu sich nehmen als bisher, muss die Dosierung und eventuell auch die Auswahl Ihrer Diabetesmedikamente neu eingestellt werden: Da weniger Kohlenhydrate einen niedrigeren Blutzuckerspiegel bewirken, droht ansonsten bei gleichbleibendem Insulinspiegel eine Unterzuckerung. Das gilt für Behandlungen sowohl mit Insulin als auch mit Diabetesmedikamenten, die die Insulinproduktion anregen.

Grundsätzlich sollten Sie keine umfassende Ernährungsumstellung ohne ärztliche Begleitung vornehmen. Eine professionelle Ernährungsberatung kann Sie dabei unterstützen, Ihren individuellen Ernährungsplan zu erstellen.