"Essen hält Leib und Seele zusammen", dies stimmt, aber nur wenn mit der Nahrung auch genügend Nährstoffe aufgenommen werden. Bekommt der Körper insgesamt nicht genug (quantitative Mangelernährung) oder die falschen Nährstoffe (qualitative Mangelernährung), macht sich das auf Dauer deutlich bemerkbar. Davor warnen jetzt Ernährungsmediziner, vor allem auch während der Corona-Pandemie. 

Gerade im Alter kommt es laut Deutscher Gesellschaft für Geriatrie (DGG) häufig und meist unbemerkt zu einer Mangelernährung, die sich typischerweise durch fehlende Nährstoffe, Energie oder Eiweiß auszeichnet. Ein Mangel an Appetit und Gewichtsverlust stellt bei dieser oft unterschätzten, nicht so bekannten Form kein Problem dar. 

Wichtig zu wissen:

Hinter nachlassenden mentalen Fähigkeiten kann sich eine Mangelernährung verbergen. Dies erschwert den Alltag mit Diabetes zusätzlich, kann aber mit einfachen Mitteln vermieden werden. 

Den Mangel im Blick behalten 

Anders als Typ-1-Diabetes tritt Typ-2-Diabetes meist erst im Alter auf, weshalb Ärzte früher von einem "Altersdiabetes" sprachen. Ältere Menschen mit Typ-2-Diabetes sind häufiger mangelhaft ernährt als jüngere Typ-1-Diabetiker, meist ohne es selbst zu merken. Allgemeine Symptome, wie Müdigkeit, Infekte oder Blässe, führen Betroffene und Angehörige oft nicht auf die fehlenden Nährstoffe zurück.  

Als Folge des Mangels, steht dem Körper beispielsweise weniger Energie zur Verfügung. Es fehlen aber auch wichtige Aminosäure-Bausteine, die aus Eiweiß stammen, und für den Aufbau von Muskeln benötigt werden. Gleiches gilt für Mikronährstoffe, besonders häufig fehlen die Vitamine D, E, Folsäure, B6, B12 und C sowie die Mineralstoffe Calcium, Magnesium, Zink und Selen. 

Wichtig zu wissen:

Flüssigkeitsmangel gehört nach Ansicht von Fachleuten ebenfalls zu einer Mangelernährung und kann mit etwas "Disziplin" leicht behoben werden. Sollten Sie die Probleme nicht selbst in den Griff bekommen, fragen Sie Ihren behandelnden Arzt nach einer professionellen Beratung, zum Beispiel einem Trinktraining oder einer ernährungsmedizinischen Begleitung.   

Defizite ausgleichen lohnt sich 

Mangelernährung schwächt bei älteren Menschen vor allem das Immunsystem und erschwert Heilungsprozesse, wodurch das Risiko für weitere Krankheiten und Komplikationen  zunimmt. Umgekehrt beeinflusst ein rechtzeitiger Ausgleich des Mangels den Verlauf von Typ-2-Diabetes positiv. Wer sich ausgewogen ernährt, nährstoffschonend kocht und -wenn nötig nach Absprache mit dem Arzt- Nahrungsergänzungsmittel nimmt, profitiert insofern mit Diabetes doppelt.

Die Pluspunkte

Mit Nährstoffen gut versorgt zu sein, stärkt die bei Diabetes oft gestörte Wundheilung und beugt beispielsweise Herzkreislauf-Krankheiten vor. Genügend Eiweiß liefert Energie und unterstützt den Aufbau der Muskulatur bei sportlichen Aktivitäten. Aber auch andere Bereiche des Körpers - wie die Sehkraft, das Immunsystem und sogar die Psyche - profitieren in hohem Maße von einer guten Nährstoffversorgung. 

Geben Sie dem Mangel keine Chance 

Folgende 3 Tipps aus der Ernährungsmedizin helfen dabei, sich ausgewogen zu ernähren. Auf diese Weise können Menschen mit Typ-2-Diabetes einer Mangelernährung vorbeugen: 

1. Essen Sie bunt und gesund

Essen Sie mindestens 5 Portionen Obst und Gemüse pro Tag und ausreichend mageres Eiweiß. Je nach Aktivitätslevel und Bedarf brauchen ältere Menschen nach offizieller Empfehlung rund 1 g Eiweiß pro kg Körpergewicht am Tag sowie gesunde Fette, wie sie in kalt gepressten Pflanzenölen vorkommen. Diese Nahrungsmittel liefern Ihnen "Pflanzenpower" und versorgen den Körper mit ausreichend Nährstoffen, vorausgesetzt sie sind nicht mit Umweltgiften belastet oder stark industriell verarbeitet. Beides führt zu einem starken Verlust an Nährstoffen. 

Tipp: Gelbes, orangenes oder rotes Obst oder Gemüse besitzen u.a. einen hohen Anteil an Beta-Carotin, was unser Immunsystem gezielt stärkt und Entzündungsprozessen vorbeugt.

2. Mahlzeiten einplanen

Fast Food enthält kaum noch Wertvolles für die Gesundheit, im Gegenteil. In frisch gekochten Mahlzeiten mit jede Menge Kräutern befinden sich dagegen viele Nährstoffe. Selbst Kochen ist zwar aufwändig, aber die Mühe lohnt sich. Planen Sie mit einem Wochenplan die drei Mahlzeiten pro Tag im Voraus und halten Sie diesen Plan auch ein. So wird gesundes Essen schnell zur Gewohnheit. 

3. Gemeinsam essen

Es macht mehr Spaß, wenn man in Gesellschaft am schön gedeckten Tisch isst. Laden Sie Freunde zum Essen ein, dann können Sie die Arbeit auch auf mehrere Schultern verteilen und sich von den mitgebrachten, gesunden Gerichten überraschen lassen. Eine schöne Idee ist ein sommerliches Picknick mit gegrilltem Gemüse.