Jedes Jahr werden 2,1 Millionen Menschen mit der Nebendiagnose Diabetes stationär im Krankenhaus behandelt. Leider ist es nicht immer selbstverständlich, dass eine Klinik auf Personen mit Typ-1-Diabetes vorbereitet ist. Wenn ein Krankenhausaufenthalt ansteht, muss Diabetes unbedingt mitbehandelt werden. Erhöhte Blutzuckerwerte schaden bereits im Alltag - bei einer Operation oder bestimmten Behandlungen können sie weitere Probleme verursachen.

Ungeplant ins Krankenhaus

Es gibt leider Notfälle, die Sie ungeplant zu einer Klinikeinweisung zwingen. Tragen Sie daher immer Ihren Diabetes-Notfallausweis bei sich, denn in jedem Fall müssen die Ärzte und das Personal so schnell wie möglich über Ihren Diabetes informiert werden. Außerdem können so Ihr Diabetologe oder Ihr Hausarzt bei Fragen und Unklarheiten rasch erreicht werden. Teilen Sie Ihren Angehörigen mit, worauf sie bei einem Notfall achten sollten und wie sie vorgehen müssen, falls Sie selbst dazu nicht in der Lage sein sollten. Besonders wichtig ist dabei der Notfallkontakt, der auf Ihrem Notfallausweis angegeben ist.

Notfallausweis für die Brieftasche

Sollten Sie noch keinen solchen Ausweis besitzen: Ihren persönlichen Notfallausweis erhalten Sie kostenlos bei Ihrer TK.

Telefon: 040 - 4606 626 140, (Mo. bis Fr. von 8 bis 20 Uhr) 

Eine gute Vorbereitung ist wichtig

Ist ein Krankenhausaufenthalt geplant, sprechen Sie im Vorfeld mit Ihrem Diabetologen oder Ihrem Hausarzt. Erfragen Sie konkret, worauf Sie während der Zeit im Krankenhaus achten müssen. Beispielsweise sollte geklärt sein, ob Sie Ihr Insulin wie gewohnt anwenden können oder eine Anpassung nötig ist. Nehmen Sie die Antworten zu allen Gesprächen und Terminen im Krankenhaus mit. Falls eine Operation ansteht, sollten Sie vorher mit den Klinikärzten klären, ob Sie während oder nach der OP Medikamente erhalten, die Einfluss auf Ihren Blutzuckerspiegel haben könnten (beispielsweise lässt Kortison den Blutzuckerspiegel steigen).

Optimal versorgt?

Wählen Sie nach Möglichkeit eine Klinik, in der ein Diabetologe zur Verfügung steht. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hat eine Initiative für Weiterbildung und Qualität in diesem Bereich gestartet. Seit 2013 vergibt sie das Zertifikat "Klinik für Diabetes-Patienten geeignet" an Krankenhäuser, die auf die Behandlung von Diabetes-Patienten eingestellt sind. Weitere Informationen zum Zertifikat "Klinik für Diabetes-Patienten geeignet" finden Sie hier .

Das muss mit ins Krankenhaus

  • Ihr ausgefüllter Gesundheits-Pass Diabetes mit Daten zum Beginn und Verlauf Ihres Diabetes
  • Ihr aktueller Medikamentenplan
  • Name, Adresse und Telefonnummer Ihres Diabetologen (zum Beispiel seine Visitenkarte)
  • Eine Liste Ihrer Vorerkrankungen
  • Ein ausreichender Vorrat Ihrer gewohnten Medikamente und Ihres Zubehörbedarfs (Insulin, Injektionsnadeln, Teststreifen, Batterien beziehungsweise Ladekabel für Ihr Messgerät, Traubenzucker)