Drückt der Schuh, kann der Nagel des großen Zehs schnell in die falsche Richtung wachsen und sich entzünden. Dieser eingewachsene Zehennagel verursacht häufig starke Schmerzen und erfordert eine umgehende Behandlung, vor allem zum Schutz des Fußes beim Diabetischen Fußsyndrom. Aus Unkenntnis oder Angst vor anfallenden Kosten kam die Behandlung mit einer Nagelkorrekturspange - kurz 'Nagelspange' - bisher nicht so oft zum Einsatz, wie es nötig gewesen wäre.

Wichtig zu wissen: Das Diabetische Fußsyndrom gilt als tückische Komplikation bei Diabetes. Es ist nicht heilbar, aber mit einer optimalen Fußpflege plus rechtzeitiger Therapie von offenen Wunden oder Infektionen kann es zum Stillstand gebracht werden. Insofern kann die Therapie mit einer Nagelspange den Fuß oder Zeh vor einer Amputation schützen. 

Fußpflege auf Rezept

Bislang mussten Betroffene die Therapie mit einer Nagelspange meist anteilig oder komplett selbst bezahlen, zum Beispiel wenn sie in der Fußpflege "nur" vorbeugend zum Einsatz kam. Dies stellte für viele Menschen mit Typ-1-Diabetes eine finanzielle Hürde dar und sie entschieden sich dagegen.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat deshalb nach sorgfältiger Prüfung neu festgelegt, ab wann die Kosten als Teil der Fußpflege bei Diabetes von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden. 

Basiswissen: Nagelspangen

Nach einer Verordnung wird die Nagelspange individuell angefertigt. Dabei gibt es unterschiedliche Systeme und Modelle, die der oder die Behandelnde je nach Befund passend auswählt. Die Nagelspange verhindert durch eine mechanische Entlastung, dass der betroffene Nagel wieder einwächst oder sich im Stadium 2 und 3 weiter entzündet. 

Wann kommt eine Nagelspange in Frage? Laut Fachleuten darf eine Nagelspange grundsätzlich in allen drei Stadien des eingewachsenen Zehennagels verordnet werden. Bei einer ausgeprägten Nervenschädigung, starker Blutungsneigung oder einer Verschlusskrankheit der peripheren Gefäße (pAVK) mit langsamem Nagelwachstum ist diese Therapie allerdings nicht oder weniger gut geeignet.

Fußpflege oder fachärztliche Therapie? Sobald eine Wundbehandlung von entzündetem oder verletztem Gewebe hinzukommt, muss die Therapie ärztlich überwacht werden. In diesem Fall wird die Fußpflege mit Wundbehandlung weiter wie bisher ausschließlich ärztlich durchgeführt. 

Nachsorge? Nach dem Einsetzen muss die Nagelspange regelmäßig nachgestellt und der Heilungsprozess sorgfältig überwacht werden. Im Stadium 1 wird durchschnittlich alle 2-6 Wochen nachgespannt oder kontrolliert, während im Stadium 2 und 3 die Kontrollen engmaschiger erfolgen. 

Risikofaktoren erkennen 

Nicht heilende Wunden am Fuß oder Fußdeformierungen entwickeln sich bei Diabetes meist multifaktoriell, also durch mehrere Faktoren bedingt. Die folgenden Symptome und Erkrankungen bei Diabetes gelten als Risikofaktoren. Hier sollte die Fußpflege und Fußkontrolle noch intensiver erfolgen: 

  • diabetische Neuropathie 
  • periphere arterielle Verschlusskrankheit
  • eingeschränkte Gelenksmobilität
  • Druck-Fehlbelastungen (zum Beispiel durch ungeeignetes Schuhwerk oder Übergewicht)
  • fehlende soziale Unterstützung 
  • Depressionen