Sobald Sie sich verletzen, reagiert der Körper und vollbringt eine Meisterleistung. Aktiv arbeiten Immunsystem, Blutgefäße und Reparaturzellen daran, die Wunde möglichst schnell zu verschließen und die Haut vollständig nachzubilden. Dieser Prozess läuft sowohl bei großen, als auch bei kleinen Wunden ab. Damit dies zügig und reibungslos funktioniert, sollte die Versorgung von Wunden so optimal wie möglich laufen. Je früher die Haut wieder geschlossen und intakt ist, desto besser ist der Körper vor Infektionen geschützt. Nur so wird die Verletzung nicht zum Problem oder zu einer chronischen Wunde, eine Gefahr vor der sich Diabetiker schützen müssen. 

Die Erstversorgung stellt die Weichen

Gerade für Diabetiker ist die sorgfältige Wundversorgung der beste Schutz vor Komplikationen. Wenn Sie sich im Sommer beispielsweise bei der Gartenarbeit verletzen, sollten Sie um eine Infektion zu vermeiden Folgendes beachten: 

  • Kurz bluten lassen: Dreck, Keime und Bakterien werden mit dem Blut heraus geschwemmt. 
  • Abspülen: Halten Sie eine Schnitt- oder Schürfwunde unter fließendes Leitungswasser, ohne zu reiben. 
  • Reinigen: Kleine, gut zu entfernende Fremdkörper wie Steinchen vorsichtig mit einer desinfizierten Pinzette entfernen.
  • Desinfizieren: Nach der Reinigung desinfizieren Sie die Wunde mit einer antiseptischen Salbe oder einem Spray, das Sie kurz trocknen lassen. 
  • Verschließen: Je nach Verletzung verschließen Sie die Wunde mit einem Pflaster oder Verband. Die Wunde sollte nicht mit dem Material verkleben. Wechseln Sie vor allem bei heißen Temperaturen regelmäßig die Wundauflage.
  • Ruhigstellen: Nach einer Verletzung sollte Sie das verletzte Körperteil erst mal ruhigstellen. Wie lange Sie auf größere Anstrengungen verzichten, entscheidet die Art und Schwere der Verletzung.  

Wichtig zu wissen: Diabetiker spüren kleinere Verletzungen, zum Beispiel am Fuß, oft nicht rechtzeitig und die Wunde entzündet sich. Gerade im Sommer sollten Sie deshalb zur Vorbeugung möglichst bequeme, gut belüftete aber geschlossene Schuhe tragen und abends die Haut kurz auf Verletzungen überprüfen. Tierbisse, Schnitte mit einem Käse- oder Fleischmesser, Verletzungen in Augen oder Ohrennähe, Holzsplitter, klaffende oder tiefe Wunden sollten unbedingt von einem Arzt versorgt werden.

Typische Ursachen für nicht heilende Wunden

Wenn die körpereigene Reparatur nicht funktioniert und die Wunde nicht zügig abheilt, können verschiedene Ursachen infrage kommen. Erst wenn Sie wissen, warum die Heilung verzögert abläuft, können Sie effektiv dagegen vorgehen: 

  • Chronische Erkrankungen wie Diabetes, aber auch Rauchen können die Sauerstoffversorgung im Gewebe einschränken. Erkrankungen des Blutes, wie Blutarmut, arterielle Verschlusskrankheit oder Gerinnungsstörungen, spielen ebenfalls eine Rolle. Sie schränken die Reparaturfähigkeit des Gewebes ein.  

Für Diabetiker ist eine gute, stabile Blutzuckereinstellung entscheidend für die Heilung. Nicht heilende Beinwunden bekannt als "offene Beine", sollten Sie laut Gefäßchirurgen spätestens nach drei Monaten von einem Facharzt untersuchen lassen. In zwei Drittel der Fälle steckt eine Erkrankung der Arterien oder Venen hinter der Wundheilungsstörung. 

  • Infektionen durch Bakterien, Pilze oder Parasiten können der Grund für das schlechte Abheilen sein, aber dahinter kann sich außerdem ein geschwächtes Immunsystem verbergen. Dies ist u.a. bei Krebspatienten der Fall, aber auch wenn Sie Medikamente einnehmen, wie zum Beispiel Gerinnungshemmer oder Arzneimittel wie Kortison, die das Immunsystem ausbremsen. 

Grundsätzlich gilt: Erst mit einer gezielten Therapie, heilt die Wunde zügig ab. Bei Diabetes ist dies der beste Schutz vor häufig auftretenden Komplikationen.

Unser Tipp: Einen wichtigen Heilungsimpuls gibt, was Sie essen. Eine ungesunde, einseitige Ernährung kann dazu führen, dass für wichtige Stoffwechselprozesse beispielsweise nicht ausreichend Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe zur Verfügung stehen. Eine ausgewogene Ernährung mit möglichst naturbelassenen Produkten ist also der beste Schutz vor schlecht heilenden Wunden. Gerade im Sommer fällt es leicht, sich von leckerem frischen Obst und Gemüse zu ernähren.