Gerade für Betroffene mit Typ-2-Diabetes ist es besonders wichtig, zum Schutz der Herzgesundheit mit dem Rauchen aufzuhören und trotzdem nicht zuzunehmen. Denn Übergewicht gilt als eine der wichtigsten Ursachen für die Entstehung von Typ-2-Diabetes und beeinflusst offenbar auch den weiteren Verlauf. Die Ergebnisse aus Studien am Deutschen Institut für Ernährungsforschung deuten darauf hin, dass Übergewicht die Funktion der kleinsten Blutgefäße empfindlich stören kann. Um den Stoffwechsel zu entlasten und den Blutzucker zu regulieren, sollen Diabetiker deshalb ihr Gewicht gut im Blick behalten, also normalisieren oder halten. Aber das ist nicht immer einfach, denn Menschen mit Diabetes sind anfälliger für Gewichtszunahme. 

Abnehmen mit Diabetes 

Bei einem Typ-2-Diabetes reagieren die Zellen nicht mehr optimal auf das Blutzucker senkende Hormon Insulin und verbrauchen weniger Zucker. Durch die sogenannte "Insulinresistenz" steigt der Blutzucker. Zeitgleich schüttet die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin aus. Als Folge davon bleibt der Blutzuckerspiegel hoch. Parallel dazu wird überflüssige Glukose im Blut durch Insulin in gefährliches Bauchfett umgewandelt.

Erschwerend kommt hinzu, dass Insulin den Appetit auf fettreiche Nahrung verstärkt, was das Abnehmen zusätzlich erschwert. Doch zwei US-Studien aus Harvard zeigten nun deutlich, dass ein Rauchstopp sich in jedem Fall lohnt. Hält man zusätzlich noch das Gewicht, sinkt das Risiko für Herzkrankheiten noch stärker und zugleich verbessert sich der Verlauf des Typ-2-Diabetes.  

US-Studie: Diabetes und Rauchstopp

Alle Experten sind sich einig, dass der komplette Verzicht auf Nikotin den wichtigsten Schritt zur Verbesserung der Gesundheit darstellt. Ein Forscherteam aus Harvard untersuchte im Rahmen von zwei großangelegten Studien (Nurses Health Study / Health Professionals Follow-up Study), welchen Effekt der Verzicht auf das Rauchen tatsächlich hat. 

Die Wissenschaftler prüften die Daten von insgesamt 10.809 Teilnehmenden, die vor oder während der Studie an Diabetes Typ-2 erkrankten. Über einen Zeitraum von sechs Jahren wurden die Teilnehmer untersucht, die im Laufe der Studie mit dem Rauchen aufhörten. 

Das Ergebnis: Die Studie belegt eindeutig, dass ein Rauchstopp ohne Gewichtszunahme den Verlauf des Diabetes verbessert, Begleiterkrankungen minimiert und das Sterberisiko deutlich senkt. Allerdings wurde dieser Effekt durch eine Gewichtszunahme verringert. 

Tipps zum Aufhören

Jeder Entzug fordert heraus, das ist beim Verzicht auf das Rauchen nicht anders. Doch wie die Studie aus Harvard zeigt, verbessert der Verzicht auf Nikotin die Gesundheit von Menschen mit Typ-2-Diabetes deutlich und damit langfristig auch die Lebensqualität. Folgende Tipps erleichtern das Aufhören: 

Ernährung anpassen

Hört man auf zu rauchen, ohne die Essgewohnheiten zu ändern, nimmt man meist zu. Das hat zwei Gründe: Nikotin erhöht den täglichen Energieverbrauch des Körpers um rund 200 kcal und bremst den Appetit. Außerdem beeinflusst Nikotin den Fettstoffwechsel, indem es den Fettaufbau über das Enzym Lipoproteinlipase verlangsamt und den Fettabbau fördert. Ohne die tägliche Nikotinzufuhr fällt dieser Effekt zunächst weg. Nach einem Rauchstopp kann es dadurch vorübergehend zunächst zu Heißhunger-Attacken kommen, solange bis der Nikotin-Entzug überwunden ist. 

Sport als Ersatz

Indem man bereits vor dem geplanten Rauchstopp mit einem Trainingsprogramm beginnt, bereitet man Körper und Psyche auf den Nikotin-Entzug vor und gleicht den sinkenden Energieumsatz "vorbeugend" aus. Sport hilft außerdem dabei, Stress abzubauen, was den Verzicht erleichtert. Außerdem werden durch Bewegung Glückshormone ausgeschüttet, was die Motivation stärkt, am Ball zu bleiben. 

Ablenken und Belohnen

Jede Ablenkung ist vor allem in der ersten Zeit willkommen, um sich auf andere Gedanken zu bringen. Situationen, in denen man früher zur Zigarette gegriffen hat, sollten anfangs bewusst gemieden werden. Hilfreich ist es, Gegenstände wie Aschenbecher oder Zigarettenpackungen zu entsorgen, da sie an das Bedürfnis zu Rauchen erinnern. Da Nikotin auf das Belohnungssystem wirkt, brauchen "Ex-Raucher" eine nicht essbare Ersatzbelohnung, zum Beispiel indem das gesparte Geld für eine konkrete Anschaffung genutzt wird oder jeder rauchfreie Monat bewusst gefeiert wird. Das stärkt die Motivation durchzuhalten.