Oft schleichen sich trotz vorheriger Schulung immer wieder schlechte Gewohnheiten und Fehler beim Umgang mit dem Pen oder der Spritze ein. Rund zwei Drittel aller insulinpflichtigen Betroffenen, die sich selbst regelmäßig spritzen, entwickeln Verhärtungen an den Spritzstellen. Diese gummiartigen Schwellungen werden in der Fachsprache "Lipohypertrophien" genannt. Dabei handelt es sich um Verdickungen des Unterhautfettgewebes. Sie können zum Beispiel entstehen, wenn immer wieder die gleiche Spritzstelle verwendet wird. Eine mögliche Folge ist eine schlechtere Blutzuckereinstellung, da sich das Insulin an den Verhärtungen nicht so gut verteilen kann.

Mit den folgenden Tipps können Sie sich das Spritzen erleichtern und Verhärtungen, Blutergüssen und Schmerzen an den Spritzstellen vorbeugen:

  • Gewusst wie: Machen Sie sich mit der Handhabung Ihres Pens oder Ihrer Spritze vertraut und werfen Sie lieber nochmal einen Blick in die Bedienungsanleitung. Denn es passiert häufig, dass durch falsche Anwendung nicht die vollständige Dosis gespritzt wird. Achten Sie zum Beispiel darauf, den Dosierknopf Ihres Pens gerade und nicht schräg in die Haut zu drücken.
  • Geeignete Stellen: Ziel ist es, das Insulin ins Unterhautfettgewebe und nicht in den Muskel zu spritzen. Bauch, Beine und Po sind dafür die am besten geeigneten Stellen. Dabei sollten Sie vermeiden, in Narben oder Muttermale zu spritzen. Halten Sie auch mindestens einen Zentimeter Abstand vom Bauchnabel.
  • Regelmäßig rotieren: Um Verhärtungen unter der Haut vorzubeugen, ist es wichtig, die Einstichstelle jedes Mal konsequent zu wechseln. Dabei kann ein festes Rotationsschema helfen.
  • Die richtige Nadellänge: Bei einer langen Pen-Nadel steigt das Risiko, die Muskulatur zu treffen. Daher empfehlen Experten die Verwendung einer kurzen Nadel mit 4 Millimeter Länge. Wichtig ist ein gleichmäßiges und vollständiges Einstechen der Pen-Nadel im 90-Grad-Winkel zur Haut.
  • Einmalige Angelegenheit: Insulinnadeln sind Einmalartikel. Sie können bei Mehrfachgebrauch stumpf werden und verlieren ihre Sterilität. Daher sollten Sie die Nadel nach jedem Gebrauch wechseln.

Weitere Hilfestellungen zum Spritzen von Insulin, beispielsweise anschauliche Rotationsschemata, enthält der Leitfaden des Verbandes der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V..

Bessere Blutzuckereinstellung mit der richtigen Technik

Es zahlt sich für die Gesundheit aus, auf die richtige Spritztechnik zu achten. Das zeigt eine Studie mit Betroffenen, die bereits seit mehreren Jahren Insulin spritzten. Die Teilnehmer zeigten nach einer erneuten intensiven und individuellen Schulung deutliche Erfolge: Die Blutzuckerwerte verbesserten sich, die Teilnehmer benötigten weniger Insulin und hatten weniger Schmerzen beim Einstich.

Wenden Sie sich auch an Ihren Arzt oder an Ihre Diabetesberaterin, wenn Sie sich bei Ihrer eigenen Spritztechnik unsicher sind.