Die Experten der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie (DGG) machten in ihrer Jahrestagung eindringlich darauf aufmerksam, dass Diabetiker regelmäßig zum Gefäß-Checkup gehen sollten. Denn je früher die Diagnose der Schaufensterkrankheit gestellt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten und damit der Schutz vor einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. Beides sind häufige Komplikationen von Durchblutungsstörungen im Bein.  

Die Schaufensterkrankheit

Bluthochdruck, Rauchen und ein hohes Cholesterin, aber auch ein erhöhter Blutzuckerspiegel bei Diabetes können langfristig zu einer Verkalkung der Beingefäße führen. Wenn die so genannte Arteriosklerose zunimmt, wird die Beinmuskulatur nicht mehr ausreichend durchblutet. Dies merken Sie daran, dass Sie immer wieder stehen bleiben müssen, weil das Gehen zu schmerzhaft ist - so, als ob Sie beim Bummeln Schaufenster betrachten, was zu dem Namen "Schaufensterkrankheit" führte. Die Schmerzen treten meist in der Wade auf, können aber auch je nach Lokalisation der Engstelle im Fuß, Oberschenkel oder Gesäß vorkommen. Typisch sind nachlassende Schmerzen beim Stehenbleiben. 

Nicht immer merken Sie etwas davon

Ohne Untersuchung bemerken Diabetiker die Schaufensterkrankheit oftmals erst sehr spät. Der Grund dafür ist eine für Diabetes typische Störung der Sensibilität, was als Polyneuropathie bezeichnet wird. Als Folge davon spüren Sie die Schmerzen nicht, obwohl die Gefäße bereits schlechter durchblutet werden. Wird dies nicht rechtzeitig entdeckt und behandelt, riskieren Sie beispielsweise das diabetische Fuß-Syndrom oder "offene Beine". 

Klarheit gibt eine ärztliche Untersuchung: Der einfachste Test ist eine Blutdruckmessung am Knöchel und danach am Oberarm. Beide Messungen sollten annähernd gleiche Werte ergeben. Der Knöchel-Arm-Index ist der Quotient aus dem systolischen Blutdruck am Knöchel zu dem systolischen Blutdruck am Oberarm. Bei der Schaufensterkrankheit ist der Knöchel-Arm-Index verändert. Als Faustregel gilt: Je geringer der Index, desto ausgeprägter ist die Durchblutungsstörung. Falls nötig, sollte laut DGG-Experten frühzeitig ein Gefäßultraschall gemacht werden, der die genaueste Diagnose ermöglicht. 

Gehen: Das ist Ihre Chance 

Damit Sie so lange wie möglich ohne Zwangspausen gehen können und vor Herzinfarkt und Schlaganfall geschützt sind, sollten Sie rechtzeitig vorbeugen. Der jährliche Gefäß-Checkup, ein gut eingestellter Blutzucker, aber auch gute Blutdruck- und Cholesterinwerte sind dafür entscheidend, genauso wie regelmäßige Bewegung und der Verzicht auf Rauchen. Mit Diabetes müssen Sie leben lernen, aber die Risikofaktoren können Sie selbst beeinflussen. Diese Chance sollten Sie sich nicht entgehen lassen. 

Tipp:

Regelmäßiges Gehen, Walken oder Joggen hilft vorzubeugen. Das gilt auch, wenn sich eine Schaufensterkrankheit bereits entwickelt hat. In diesem Fall beugen Sie mit Gehtraining weiteren Komplikationen vor.