Die Schilddrüse - ein kleines Organ mit großer Wirkung

Die Schilddrüse ist ein kleines Organ, das am Hals vor der Luftröhre liegt. Sie produziert die sogenannten Schilddrüsenhormone. Diese sind an komplexen Prozessen im menschlichen Körper beteiligt: Beispielsweise spielen sie für das Herz-Kreislaufsystem und für die Verdauung eine bedeutende Rolle. Für Betroffene mit Diabetes ist eine gut funktionierende Schilddrüse sehr wichtig, denn die Schilddrüsenhormone haben Einfluss darauf, wie gut unsere Körperzellen Sauerstoff und Zucker aufnehmen. Umgekehrt kann aber auch ein Diabetes Auswirkungen auf die Schilddrüse haben.

Bei Blutzucker-Entgleisungen auch an die Schilddrüse denken

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion reagiert der Körper weniger empfindlich auf Insulin. Das führt zu erhöhten Blutzuckerwerten - ein Aspekt, der für Menschen mit Diabetes eine große Rolle spielt. Gefährliche Blutzuckerschwankungen und stark erhöhte Zuckerwerte können die Folge sein. Daher muss die Diabetesbehandlung bei Typ-2-Diabetes oft von Tabletten auf das Spritzen von Insulin umgestellt werden. Liegt dagegen eine Schilddrüsenunterfunktion vor, sind die Zellen empfindlicher für Insulin. Betroffene mit Diabetes entwickeln so häufiger oft gefährlich niedrige Blutzuckerspiegel. Wenn die Funktion der Schilddrüse wieder im Lot ist, normalisieren sich diese Veränderungen im Zuckerstoffwechsel vollständig.

Wie kann man Störungen der Schilddrüse erkennen?

Gerade Betroffene mit Diabetes haben häufig - oft unerkannt - Störungen der Schilddrüse. Umso wichtiger ist es zu wissen, zu welchen Beschwerden es kommen kann.

Eine Schilddrüsenunterfunktion führt typischerweise zu:

  • Gewichtszunahme
  • Schwindel und Übelkeit
  • Verstopfung
  • Starker Müdigkeit
  • Heiserer, tiefer Stimme
  • Antriebslosigkeit

Auch eine Schilddrüsenüberfunktion hat charakteristische Anzeichen:

  • Gewichtsabnahme
  • Herzklopfen
  • Erhöhte Körpertemperatur
  • Durchfall
  • Unruhe und geringes Schlafbedürfnis
  • Schwitzen

Herz und Nerven langfristig im Blick haben

Menschen mit Typ-2-Diabetes haben ein grundsätzlich erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Liegt zusätzlich eine Störung der Schilddrüse vor, erhöht sich das Risiko für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems weiter. Experten weisen darauf hin, dass sich erniedrigte Schilddrüsenhormone auch auf die Nerven an Armen und Beinen auswirken können. Auf lange Sicht besteht ein Risiko, dass sich bei Menschen mit Typ-2-Diabetes Nervenschäden entwickeln.

Eine normale Schilddrüsenfunktion ist essenziell, um einen Diabetes gut einstellen zu können und um gefährliche Blutzuckerschwankungen zu vermeiden. Sollten Sie über Tage oder Wochen unter Beschwerden leiden, die auf eine Schilddrüsenüber- oder Unterfunktion hinweisen, wenden Sie sich an Ihren behandelnden Arzt.