Warme Sommertage tun Körper und Seele gut, besonders wenn man sich zwischendurch abkühlen und erfrischen kann. Gerade an heißen Tagen erfordert ein Ausflug an einen See oder ins Schwimmbad mit Typ 1- Diabetes eine sorgfältige Planung.

Dazu gehört natürlich ausreichend Wasser oder Kräutertee und ein Korb mit den Mahlzeiten, aber auch der fachgerechte Umgang mit Diabetes-Hilfsmitteln. Um den Ausflug sorgenfrei und sicher genießen zu können, sollten Sie mit Typ-1 Diabetes im Sommer Folgendes beachten: 

Schützen Sie Ihre Hilfsmittel 

Mit Typ-1 Diabetes ist es empfehlenswert, die benötigten Hilfsmittel wie Messgeräte oder Insulinpens, vor Sand, Wasser und Hitze gut zu schützen.

Sand kann beispielsweise in die Gewinde und Ritzen der elektronischen Geräte gelangen und so deren Funktionsweise stören.

Sind sie hohen Temperaturen oder direkter Sonne ausgesetzt, können ebenfalls Störungen auftreten. Insbesondere Insulin und Blutzucker-Teststreifen, aber auch Messgeräte und der Transmitter liefern dann ungenaue Werte oder wirken nicht mehr zuverlässig. Gleiches gilt für den Kontakt mit Wasser. Im schlimmsten Falle funktionieren Ihre Hilfsmittel gar nicht mehr. Aus diesem Grund sind die meisten Diabetes-Geräte wasserdicht, allerdings nicht alle. 

Wichtig zu wissen:

Schwitzen ist im Sommer unvermeidlich, genauso wie ein guter Sonnenschutz durch Sprays oder Cremes. Beides kann aber dazu führen, dass sich die  Pflaster des Glukosesensors oder der Pumpkanüle ablösen. Um dies zu verhindern, sollte die jeweilige Hautzone vorher desinfiziert werden. Dadurch lassen sich Fettrückstände von Sonnencreme oder Schweiß leicht entfernen. Für zusätzlichen Halt kann das Pflaster beispielsweise durch ein zweites Pflaster von außen fixiert werden.

Praktische Tipps zum Schutz vor Sand, Hitze und Wasser

Sand

Hilfsmittel und Geräte dürfen überhaupt nicht mit Sand in Kontakt kommen, denn er dringt bis in die kleinsten Ritzen ein. Ein guter Schutz sind deshalb verschließbare Gefrierbeutel. Sie lassen sich leicht transportieren und schließen durch den Zippverschluss nahezu luftdicht ab. 

Hitze

Wird Insulin bei der vorgeschriebenen Temperatur von 2–8°C gelagert, bleibt es bis zum Verfalldatum haltbar. Bei höheren Temperaturen entstehen Abbauprodukte, die zu immunologischen Reaktionen führen können. Deshalb sollte Insulin, das bis 25°C aufbewahrt wurde, grundsätzlich nach 6–8 Wochen nicht mehr verwendet werden.

Vor allem an heißen Tagen steigen die Temperaturen aber deutlich höher. Insofern gehören bei Typ-1 Diabetes ein schattenspendender Sonnenschirm mit hohem Lichtschutzfaktor und eine Kühltasche immer ins Gepäck. Darin können das benötigte Insulin oder Pumpen aufbewahrt werden. Ein direkter Kontakt zwischen Insulin und Kühl-Akku muss aber vermieden werden, denn Insulin darf nicht gefrieren. Zum Schutz der Insulinpens eignen sich zusätzliche Temperaturschutzkappen. 

Wasser

Grundsätzlich sollten alle Hilfsmittel sauber und trocken gelagert werden können. Eine wasserdichte, dem Gerät angemessene Verpackung ist deshalb eine wichtige Voraussetzung für Menschen mit Typ-1 Diabetes, die im Sommer an einen See fahren wollen oder ins Schwimmbad. 

Insulinpumpen

Insulinpumpen am Körper sollten zum Schutz vor direkter Sonne und Hitze am besten unter der Kleidung getragen werden. Wer mit einer Insulinpumpe schwimmen gehen möchte, kann dies tun und sie bei stabilen Werten auch abkoppeln oder den Empfänger an Land lassen.

Aber: Je weiter Sender und Empfänger voneinander entfernt sind, desto ungenauer fallen die Werte aus oder werden nicht mehr gemessen. Um trotzdem beruhigt schwimmen gehen zu können, eignen sich u.a. wasserdichte Handytaschen. So ist der Empfänger vor Wasser geschützt und die Überwachung gewährleistet.

Sensor und Sender einer Pumpe sind in der Regel wasserdicht, ebenso die meisten Schlauch-Pumpen. Die Geräte sind allerdings nur wasserdicht, wenn sie richtig verpackt wurden und die Hülle intakt geblieben ist. Deshalb sollten auch die wasserdichten Geräte vor dem Schwimmen sorgfältig überprüft werden. 

Sicher und gesund bei Hitze

Um den Sommer genießen zu können, stellt das einwandfreie Funktionieren Ihrer Diabetes-Hilfsmittel und Geräte eine wichtige Voraussetzung dar, aber auch wie Sie sich verhalten. Drei Faktoren spielen besonders bei hohen Temperaturen eine große Rolle: 

Trinken ist für jeden Menschen bei hohen Temperaturen enorm wichtig, aber bei schlecht eingestelltem Diabetes ist die Wahrscheinlichkeit für einen Flüssigkeitsmangel höher als sonst. Das Ziel: Mindestens 2 Liter Wasser oder Kräutertee sollten bei normaler Herz- und Nierenfunktion angestrebt werden. 

Bei Diabetes ist es besonders wichtig auf geregelte Mahlzeiten zu achten und im Sommer häufiger den Blutzucker zu messen. Da Hitze die Durchblutung anregt, gelangt Insulin schneller in den Körperkreislauf und das Risiko einer Unterzuckerung steigt. Außerdem nimmt der Appetit ab, je höher die Temperaturen klettern. Die Kombination aus zu wenig Essen und der Einnahme von blutzuckersenkenden Medikamenten kann deshalb im Sommer schnell zu einer Unterzuckerung führen. Aus diesem Grund sollten Nahrungsmittel mitgenommen werden, wie zum Beispiel Trauben, die den Blutzuckerspiegel im Notfall schnell wieder anheben. 

In südlichen Ländern wird über Mittag eine sogenannte 'Siesta' oder Ruhepause gehalten. Menschen mit Diabetes sollten diese Tradition an heißen Tagen übernehmen. Denn eine kurze Ruhezeit - am besten noch mit einem Powerschlaf von 10 Minuten - entspannt und schützt zugleich den Körper vor der anstrengenden Mittagssonne.

Tipp:

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände bietet mit dem Apothekenfinder im Internet unter www.apothekenfinder.mobi eine gute Möglichkeit, im Inland und Ausland schnell eine geöffnete Apotheke zu finden.

Alternativ kann die kostenpflichtige Nummer für Mobilgeräte (ohne Vorwahl 22 8 33) oder die kostenlose bundeseinheitliche Festnetznummer 0800 00 22 8 33 genutzt werden. 

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