Übergewicht und Bewegungsmangel zählen laut Fachleuten zu den häufigsten Risikofaktoren rund um die Entstehung von Typ 2-Diabetes. Nach einer aktuell im Fachjournal "The Lancet" veröffentlichten Studie (DiRECT) liegt in diesen beiden Faktoren auch der Schlüssel, um Diabetes positiv zu beeinflussen. Allerdings nicht als Hochleistungstraining, sondern indem Sie Freude und Spaß an Bewegung und Aktivsein wiederentdecken. 

DiRECT (Diabetes Remission Clinical Trial) Studie 

Forscher der Universität Glasgow prüften, ob eine gezielte Therapie der auslösenden Risikofaktoren für Diabetes einen Einfluss auf die Krankheit hat. Das Ergebnis: Durch eine Umstellung der Ernährung, körperliche Aktivität und Abnehmen verbesserten sich wichtige Zielwerte der Behandlung von Diabetes, wie der HbA1c-Wert und die Insulinresistenz, aber auch die allgemeine Lebensqualität der Teilnehmer.

Jede Bewegung zählt 

Nicht jeder Diabetiker ist sportlich, für viele ältere Menschen stellt ein klassisches Sportprogramm in einem Fitnessstudio oder in Kursen eine echte Herausforderung dar. Dies berücksichtigt die Nationale Versorgungsleitlinie für Typ2-Diabetes in ihrem Stufenschema, das Ärzten als Grundlage ihrer Beratung dienen soll. Der erste und wichtigste Schritt ist nach der Leitlinie, sich im Alltag mehr zu bewegen. Erst in der 2. Stufe soll zusätzlich ein "strukturiertes Bewegungsprogram" empfohlen werden, das je nach Alter und Gesundheitszustand vor allem aus Krafttraining und/oder Ausdauertraining besteht. Insofern sollten Diabetiker immer erst ihren Alltag bewegter gestalten, bevor sie sich mit zu anstrengendem Sport überlasten und deshalb nach kurzer Zeit die guten Vorsätze aufgeben. 

Stufe 1:

Bringen Sie Ihren Alltag auf Trab, denn für die Gesundheit zählt laut Studien jede Bewegungseinheit. 

  • Zu Fuß statt mit dem Auto 
  • Treppe statt Aufzug   
  • Tägliche Spaziergänge 

Empfehlung: Nach neuesten Erkenntnissen, die kürzlich im Fachmagazin Ernährung & Medizin veröffentlicht wurden, sollten Diabetiker langes Sitzen am PC, vor dem Fernseher, im Auto oder sogar im Wartezimmer schon nach 30 Minuten durch eine kleine Bewegungspause unterbrechen. 

Stufe 2:

Typ2-Diabetiker sollen aufgeklärt und beraten werden, welche gezielten Bewegungs- oder Sportarten für sie persönlich gut geeignet sind. Empfohlen wird mehrmals pro Woche ein aerobes Ausdauertraining wie Walken, Tanzen oder Schwimmen und am besten zwei bis drei Einheiten Krafttraining (mit Pausentagen dazwischen) einzuplanen. 
Wer schon in der zweiten Lebenshälfte angekommen ist, sollte aus Sicht von Sportmedizinern zusätzlich und in regelmäßigen Abständen auch spezielle Übungen in das Training einbauen, die Geschicklichkeit, Reaktionsfähigkeit, Koordination, Gelenkigkeit und Beweglichkeit fördern, wie Yoga, Tai Chi oder Ballsportarten. 

Wichtig zu wissen:

Das Zusammenziehen der Muskelfasern bei Bewegung hat übrigens die gleiche Wirkung wie Insulin. Durch die aktive Muskulatur wird der Glukosetransport in die Zellen gesteigert und dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel. Insofern wird die schlechte Insulinwirkung (Insulinresistenz) bei Typ2-Diabetes durch körperliche Aktivität schon nach 20 bis 30 Minuten ausgeglichen. Wenn Sie wegen möglicher Unterzuckerung beim Sport Sorgen haben, sollten Sie dies mit ihrem behandelnden Arzt besprechen und gemeinsam nach Lösungen suchen.