Gerade im Sommer sind Outdoor-Aktivitäten besonders reizvoll. Das schöne Wetter macht gute Laune und steigert die Motivation für Sport. Diese Jahreszeit sollten Menschen mit Diabetes nutzen, denn regelmäßige Bewegung ist gerade bei Typ-2-Diabetes enorm wichtig. Kombiniert mit einer gesunden Ernährung, kann jede Art von körperlicher Aktivität den Blutzucker stabilisieren, das Immunsystem stärken und sogar Depressionen vorbeugen. 

Radfahren trainiert die Ausdauer  

Für mehr Fitness spielt vor allem das Ausdauertraining eine wichtige Rolle. Dazu gehören in der warmen Jahreszeit beispielsweise Schwimmen, Joggen, Walken und natürlich das Radfahren. Dabei gelten E-Bikes zu Unrecht als "Fahrrad für Faule", wie jetzt eine Studie aus Dänemark zeigte. Denn sie erleichtern untrainierten Menschen mit Diabetes und Übergewicht, den Zugang zu einer aktiven Freizeitgestaltung.

Die Forscher wiesen hierbei nach, dass sich Touren auf dem E-Bike darüber hinaus positiv auf die Herzgesundheit auswirken. Diese Wirkung fiel natürlich beim Radfahren ohne Motor noch größer aus, insofern lohnt es sich, den Motor immer wieder mal auszuschalten.

Wichtig zu wissen:

Durch den zusätzlichen Energieverbrauch beim Radfahren sinkt der Blutzucker auch ohne medikamentöse Unterstützung. Hinzu kommt die neue Erkenntnis, dass jede noch so kurze sportliche Aktivität zählt. Denn auch viele kleine Bewegungseinheiten verbessern nachweislich den Verlauf von Typ-2-Diabetes. 

Dänische Studie: Diet, Cancer and Health 

Forschende aus Dänemark untersuchten kürzlich, wie sich Radfahren auf den Blutzucker und Typ-2-Diabetes auswirkt. Insgesamt befragten sie 55.000 Menschen nach ihren Ernährungsgewohnheiten und wie oft sie wöchentlich Radfahren. Nach fünf Jahren wurden 45.000 der Teilnehmenden erneut befragt.

Das Ergebnis: Schon wenn man jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit und wieder nach Hause fährt, sinkt das statistische Risiko an Typ-2-Diabetes zu erkranken um 28 Prozent. Je häufiger die Befragten mit dem Fahrrad fuhren, desto geringer fiel das Risiko aus. Bei Typ-2-Diabetes nahm durch die regelmäßige Bewegung auf dem Fahrrad das benötigte Insulin ab, denn die Reaktion der Zellen auf Insulin verbessert sich durch körperliche Aktivität. 

Fazit: Radfahren stellt eine gute Möglichkeit dar, Typ-2-Diabetes vorzubeugen und eine bestehende Krankheit zu stabilisieren. Dies gilt offenbar auch für Touren mit E-Bikes. Sie bieten Menschen mit Diabetes die Chance, sich nicht zu überfordern und dennoch mit Spaß Sport zu treiben. Das verbessert laut Studie die Belastbarkeit und zugleich die Lebensqualität. 

Tipps für einen sportlichen Neuanfang

Anders als beim Profi-Radsport, kommt es beim "Radeln" nicht darauf an, sportliche Höchstleistungen zu erbringen. Das Ziel besteht darin, mit guter Laune wieder in Bewegung zu kommen und aktiv zu bleiben. Aus diesem Grund ist ein E-Bike kein "Fahrrad für Faule", sondern eine wertvolle Unterstützung, mit Sport anzufangen und langsam in seinem eigenen Tempo die Kondition zu steigern. Wer zum Beispiel aus Kostengründen bei seinem "Drahtesel" bleiben möchte, kann den gleichen Effekt erzielen und einfach langsam starten.

Folgende Tipps aus der Sportmedizin helfen Menschen mit Typ-2-Diabetes dabei, einen Neuanfang zu wagen und kein Risiko einzugehen: 

  1. Blutzucker-Tagebuch führen: Der Blutzucker kann im Laufe des Tages schwanken. Mit Hilfe eines digitalen oder analogen Tagebuchs können Sie Ihre ideale Zeit fürs Radfahren ermitteln. Im Zweifel fragen Sie Ihren behandelnden Arzt, mit welchem Trainingspensum Sie am besten starten und zu welcher Tageszeit. Haben Sie lange keinen Sport gemacht, ist es für den Anfang zudem wichtig, Ihre Blutzuckerwerte engmaschig zu kontrollieren.
  2. Belastungs-EKG vorab: Die Selbsteinschätzung ist nicht immer einfach, deshalb hilft ein Belastungs-EKG vor dem Start des Trainings herauszufinden, wie es um Ihre momentane Kondition und Ausdauer steht. So können Sie in Abstimmung mit Ihrem Arzt Ihr Training individuell anpassen. 
  3. Starten Sie langsam: Für Menschen mit Typ-2-Diabetes ist es besonders wichtig, sich körperlich zu belasten, ohne sich dabei zu überfordern. Fangen Sie deshalb "klein" an und steigern Sie die Belastung (Dauer/Intensität) langsam. Beim E-Bike können Sie beispielsweise für einen kurzen Zeitraum die technische Unterstützung ausschalten und so die Belastung dosieren.
  4. Unterzuckerung vermeiden: Durch Sport wird der Blutzuckerspiegel gesenkt und stabilisiert. Allerdings müssen Sie dabei eine Unterzuckerung vermeiden. Nehmen Sie deshalb auf eine Radtour Nahrungsmittel wie Müsliriegel, Obst oder Traubenzucker mit.

Wichtig zu wissen:

Aller Anfang ist schwer, aber bleiben Sie dran. Mit der Zeit wird das Radfahren immer mehr zur Routine und erste Erfolge stellen sich ein. Sie werden spüren, dass Sie insgesamt mehr Energie haben und der regelmäßige Sport Ihnen das Leben mit der Krankheit erleichtert.