Ziel: Das Immunsystem ins Lot bringen

Lässt sich ein Typ-1-Diabetes durch eine Art "Immuntraining" verhindern? Wissenschaftler sind diesem Ansatz aktuell auf der Spur. Dahinter steht die Idee, das fehlgesteuerte Immunsystem beim Typ-1-Diabetes wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Denn die Abwehrzellen, die uns sonst vor Krankheitserregern schützen, vernichten bei der Immunkrankheit die eigenen Insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Hierbei bilden sich zunächst Antikörper gegen das Insulin selbst. Genau an dieser Stelle kann eventuell eingegriffen werden.

Die "Insulin-Impfung" - so wird das Immunsystem trainiert

In Deutschland befassen sich derzeit mehrere große Studien mit der Vorbeugung von Typ-1-Diabetes bei Kindern. Bei der POInT-Studie und der Fr1da-Insulin-Studie nehmen Kinder mit einem hohen Risiko für Typ-1-Diabetes Insulin als Pulver über die Nahrung auf. In der PINIT-Studie erhalten sie das Insulin über ein Nasenspray. Dabei wird das Insulin als eine Art Schutzimpfung verwendet: Durch den Kontakt von Insulin mit den Schleimhäuten in Mund, Nase oder Darm sollen sich schützende Abwehrzellen ausbilden. Das Immunsystem lernt so, das körpereigene Insulin nicht als fremd zu erkennen. Somit könnte eine Zerstörung der Betazellen in der Bauchspeicheldrüse verhindert oder verzögert werden.

Typ-1-Diabetes - rechtzeitig das Risiko erkennen

Viele Kinder mit einem hohen Risiko für Typ-1-Diabetes nehmen an den Studien teil. Nur - wie macht man diese Kinder ausfindig? Die Freder1k-Studie verfolgt mit einer Früherkennungsuntersuchung bei Neugeborenen anhand sogenannter Diabetes-Risikogene genau diesen Ansatz. Durch einen kleinen Stich in die Ferse - alternativ wird Blut aus der Nabelschnur oder durch eine Blutentnahme gewonnen - werden direkt nach der Geburt wenige Blutstropfen untersucht. Damit können Neugeborene mit Diabetes-Risikogenen erkannt und weiter untersucht werden.