Was hat die Haut mit Diabetes zu tun?

Warum so viele Diabetes-Betroffene an Hauterkrankungen leiden, ist noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich sind viele unterschiedliche Stoffwechselprozesse beteiligt. Man weiß aber, dass Menschen mit schlecht eingestellten Blutzuckerwerten häufiger Hautprobleme aufweisen als Patienten mit gut eingestelltem Diabetes. Zudem liegt oft eine Abwehrschwäche vor, die das Auftreten von Infektionen fördert. Bei Diabetes ist auch die Aktivität der Schweiß- und Talgdrüsen beeinträchtigt. Diese produzieren weniger Fett und Feuchtigkeit, mit der Folge, dass die Haut stark austrocknet und ihre Schutzfunktion gegenüber Keimen verliert.

Wenn Nerven und Gefäße nicht mitspielen

Nervenschädigungen aufgrund von Diabetes bewirken, dass Schmerzreize weniger oder nicht mehr wahrgenommen werden. Dadurch können unbemerkt Druckstellen entstehen, bevorzugt an den Füßen. In Verbindung mit Durchblutungsstörungen kann sich daraus ein sogenannter Diabetischer Fuß entwickeln, bei dem sich zunächst kleine Verletzungen entzünden und zu oft umfangreichen, schlecht heilenden Geschwüren ausbilden.

Pilz- und Bakterieninfektionen: Bei Diabetes besonders ernst nehmen

Menschen mit Diabetes sind anfällig gegenüber Pilzinfektionen, zum Beispiel an den Füßen (Zehenzwischenräume) oder an Körperarealen, an denen Haut auf Haut liegt (Achselhöhle, Leiste oder unter der weiblichen Brust). Infizierte Hautbereiche müssen mit Antipilzmitteln, sogenannten Antimykotika, behandelt werden.

Bakterielle Infektionen wie die Wundrose (Erysipel), Abszesse oder Furunkel kommen bei Diabetes ebenfalls gehäuft vor. Das sogenannte Erythrasma ist eine rötlich-braune Hautveränderung, die oft in der Achselhöhle oder Leiste auftritt. Bei bakteriellen Infektionen verordnet der Arzt meist Antibiotika. Abszesse oder Furunkel müssen in fortgeschrittenen Stadien meistens chirurgisch behandelt werden.

Auch andere Hauterkrankungen treten bei Diabetes gehäuft auf, beispielsweise die Weißfleckenkrankheit (in der Fachsprache Vitiligo genannt) oder eine nicht schmerzhafte Blasenbildung an Hand- und Fußrücken (Bullosis diabeticorum).

Auch Diabetes-Medikamente wirken auf die Haut

Manche Diabetes-Patienten entwickeln Hautreaktionen auf die Injektion von Insulin. An Körperpartien, in die häufig Insulin gespritzt wird, können sich sogenannte Lipodystrophien bilden. Das sind Veränderungen des Unterhautfettgewebes, meist in Form von Verhärtungen und Verdickungen.

Antidiabetika, die über den Mund eingenommen werden, führen in seltenen Fällen zu allergischen Ausschlägen. Bei einer Behandlung mit sogenannten Sulfonylharnstoffen kann sich eine vermehrte Lichtempfindlichkeit entwickeln, sodass bereits ein kurzer Aufenthalt in der Sonne einen Sonnenbrand auslöst. Auch neuere Wirkstoffe, die bei Diabetes eingesetzt werden, zeigen teilweise ein erhöhtes Risiko für Hautausschläge und blasenbildende Hauterkrankungen.

Was tut der Haut gut?

Um Hautbeschwerden bei Diabetes vorzubeugen, geben Experten folgende Empfehlungen:

  • Eine sorgfältige, sanfte und regelmäßige Hautpflege des gesamten Körpers ist das A und O.
  • Duschen Sie lauwarm und vermeiden Sie heiße und zu lange Wannenbäder.
  • Verwenden Sie milde, gut hautverträgliche Reinigungsmittel und nach dem Duschen oder Waschen eine feuchtigkeitsspendende Creme oder Lotion, beispielsweise mit dem Wirkstoff Urea.
  • Trinken Sie ausreichend (etwa 2 Liter pro Tag), um die Haut von innen mit Feuchtigkeit zu versorgen.
  • Achten Sie auf eine gute Blutzuckereinstellung.
  • Inspizieren Sie regelmäßig Ihre Haut, besonders die Füße und aufeinander liegende Hautfalten.
  • Zeigen Sie alle Hautveränderungen frühzeitig Ihrem Arzt oder dem Hautarzt, auch wenn sie keine Beschwerden verursachen.