Im Sommer reifen viele Obstsorten heran, die frisch auf den Markt kommen und gut schmecken. Aber mit Typ-1 Diabetes sollten die Obstsorten bewusst gewählt werden, da der Zuckeranteil sehr verschieden ausfällt und deshalb bei Diabetes zu einem starken Anstieg des Blutzuckers führen kann. 

So können Sie den Zuckergehalt abschätzen

Obst hat viele positive Effekte auf die Gesundheit, dies konnten zahlreiche Studien nachweisen. Es enthält beispielsweise wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien, die vorbeugend und antientzündlich wirken. Die heute verfügbaren Obstsorten unterscheiden sich voneinander durch ihren Ballaststoffanteil, Wasser- und Zuckergehalt. Dabei gilt: Je höher der Wassergehalt und je mehr Ballaststoffe eine Obstsorte enthält, desto geringer ist ihr Zuckeranteil. 

  • Beeren, Äpfel und Orangen besitzen beispielsweise viel Wasser und Ballaststoffe und sind deshalb bei Diabetes gut geeignet. 
  • Bananen und Trauben haben dagegen einen sehr hohen Zuckergehalt und bringen dadurch den Blutzucker schnell aus dem Lot. Nach dem Verzehr steigt der Blutzucker stark an und benötigt dann mehr Insulin zur Gegenregulation, wodurch der Blutzuckerspiegel anschließend stark abfällt.

Wichtig zu wissen:

Wer immer wieder unter einem zu hohen Blutzucker leidet und zu "Hyperglykämien" neigt oder abnehmen möchte, sollte laut Experten auf Obstsorten mit geringem Zuckergehalt zurückgreifen. Damit lassen sich Blutzuckerschwankungen meist vermeiden, denn der typische Anstieg des Blutzuckers nach dem Essen fällt bei diesen Sorten langsamer aus und außerdem verbessern die darin enthaltenen Ballaststoffe die Reaktion des Körpers auf Insulin. 

Die EPIC-Studie

Ein Forscherteam untersuchte in der EPIC-Studie (European Prospective Investigation Into Cancer and Nutrition) zwischen 1992 und 2000 insgesamt 418.329 Männer und Frauen aus 22 Studienzentren in neun europäischen Ländern.

Das Ergebnis: Rotes Fleisch erhöht das Risiko eines Schlaganfalls. Der Verzehr von mindestens 200 g Obst und Gemüse pro Tag und von ausreichend Ballaststoffen stellt dagegen einen wirksamen Schutzfaktor dar, um das Schlaganfallrisiko zu senken. 

Die Zubereitung macht den Unterschied 

Wie stark der Blutzuckerspiegel auf Obst reagiert, hängt außerdem noch von der Zubereitung ab und wie das Obst haltbar gemacht wurde. Insbesondere Trockenobst führt zu einem schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels und sollte deshalb eher vermieden werden.

Tiefgefrorenes Obst ohne Zuckerzusatz ist mit Blick auf den Nährstoffgehalt eine gesündere Alternative als Obst im Glas. Frisches, wenig behandeltes Obst oder selbstgekochter, zuckerfreier Kompott gilt aber immer noch als beste Wahl. 

Darüber hinaus macht es einen Unterschied, wie Obst kombiniert wird. Naturbelassene, eiweißreiche Lebensmittel bewirken in Kombination mit Obst, dass der Blutzuckerspiegel langsamer ansteigt. Dazu gehören vor allem Milchprodukte, wie Joghurt, Quark oder Frischkäse, aber auch Nüsse. Gleiches gilt für Vollkornprodukte.

Wichtig zu wissen:

Die Reaktion des Blutzuckers auf verschiedene Obstsorten kann individuell sehr verschieden ausfallen. Aus diesem Grund sollten Menschen mit Diabetes ihre Blutzuckerwerte nach dem Verzehr verschiedener Obstsorten gezielt kontrollieren. So kann individuell getestet werden, welche Obstsorten den Blutzucker am wenigsten aus dem Lot bringen. 

Obstsäfte & Co.

Die meisten Fruchtsäfte enthalten zusätzlichen Zucker oder Süßstoffe, weshalb sie für Menschen mit Diabetes wenig geeignet sind. Will man dennoch nicht komplett auf Säfte verzichten, kann man zuckerfreien Fruchtsaft kaufen und ihn mit Mineralwasser stark verdünnen.

Anders sieht es bei Smoothies aus, hier kommt es stark auf die Herstellung an. Industrielle Smoothies werden genauso wie Saft oder Nektar oft mit viel Zucker und Zusatzstoffen versetzt und aus fertigem Fruchtpürree hergestellt, wodurch ein Teil der Vitamine und Ballaststoffe verlorengeht. Selbstgemachte Smoothies aus Obst und Gemüse sind dagegen bei Diabetes eine gute Möglichkeit, sich gesund und abwechslungsreich zu ernähren.