Menschen mittleren Alters, die sich bis dato kaum bewegt haben, können ihr Herz durch intensiven, regelmäßigen Sport stärken und vor Altersschwäche schützen. So lautet das Fazit einer Untersuchung des Forscherteams um Dr. Benjamin Levine, für welche die Teilnehmer zwei Jahre lang ein spezielles Trainingsprogramm absolviert haben.

Gesunde Bewegungsmuffel zwischen 45 und 64 Jahren

Bisherige Studien hatten Sportler oder Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck und starkem Übergewicht unter die Lupe genommen. Für ihre Untersuchung gewannen die Forscher hingegen 61 Teilnehmer zwischen 45 und 64 Jahren, die weder Bluthochdruck oder Diabetes hatten, noch stark übergewichtig waren. Alle Teilnehmer übten Berufe aus, bei denen sie fast nur sitzen. Außerdem hatten sie bisher kaum Sport gemacht.

34 Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip der Gruppe zugeteilt, die oft und intensiv trainieren sollte. Sie absolvierten mindestens zwei Trainingseinheiten an mindestens vier Tagen pro Woche. Ausdauer- und Intervalltraining wechselten sich ab. Die Teilnehmer mussten immer wieder - wenn auch nur für wenige Minuten - an ihre Belastungsgrenze gehen. Die zweite Gruppe, bestehend aus 27 Personen, trainierte moderat mit Yoga, Gleichgewichtstraining und Kraftübungen.

Pumpfunktion gestärkt

In beiden Gruppen machten die Forscher verschiedene Herzuntersuchungen, um herauszufinden, ob und wie sich das Training auf ihre Leistung und Herzfunktion auswirken. In der “Intensivtrainingsgruppe” verbesserte sich die maximale Sauerstoffaufnahmefähigkeit - ein Maß für die körperliche Leistungsfähigkeit - um 18 Prozent. Bei der Gruppe, die moderat trainierte, tat sich nichts. Außerdem verbesserte das intensive Training die Pumpfunktion der linken Herzkammer, die das Blut in den Körperkreislauf pumpt.

Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass das richtige Bewegungsmaß der Schlüssel zu einem gesünderen Herz im mittleren Alter sei. Vier bis fünf Einheiten mit schnellem, intensivem Training, sprich mit hoher Belastung, seien ideal. Dagegen konnten zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche das Herz kaum vor dem Altern schützen.

Ob die Ergebnisse auf die Allgemeinbevölkerung übertragbar sind, ist aus Sicht der Forscher fraglich. An der Untersuchung hatten nur Menschen teilgenommen, die motiviert und in der Lage waren, bei einem intensiven Trainingsprogramm mitzumachen, das teilweise bis an die Belastungsgrenze geht. So erklärt sich auch, dass fast 90 Prozent bis zum Ende dabei waren. Dennoch liefert es wichtige Erkenntnisse, wie sich das Herz gezielt stärken lässt.