Kennen Sie den sogenannten "Dad bod"? Damit wird in Hollywood die etwas pummelige Figur eines frischgebackenen Vaters bezeichnet - Pfunde liegen im Trend. Aber auch in Deutschland steigt das Gewicht der Bevölkerung zunehmend an: Einer Auswertung aus dem Jahr 2015 zufolge weisen rund 47 Prozent der Frauen und 62 Prozent der Männer Übergewicht oder sogar Fettleibigkeit auf - mit steigender Tendenz bei zunehmendem Alter.

Bevor auch bei Ihnen die Pfunde nach oben gehen, denken Sie daran: Ein erhöhter Körperfettgehalt kann in der Kombination mit zu wenig Bewegung beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Folgeerkrankungen begünstigen. Bestehen bereits Erkrankungen, können sich die Krankheitszeichen infolge einer Gewichtszunahme verstärken.

Gibt es "gutes" und "schlechtes" Bauchfett?

Ärzte unterscheiden zwischen dem äußeren und dem inneren Bauchfett. Das innere Bauchfett, in der Fachsprache Viszeralfett genannt, umhüllt unsere inneren Bauchorgane - daher wird es umgangssprachlich auch "Organfett" genannt. Da es nicht direkt sichtbar ist, kann es nicht so leicht gemessen werden und sammelt sich oft unbemerkt an. Zudem produziert das innere Bauchfett verschiedene Botenstoffe, die unter anderem Entzündungsprozesse aktivieren können. Die Folge können Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein. Darum wird es auch als "schlechtes" Bauchfett bezeichnet.

Das äußere Bauchfett ist hingegen weniger bedenklich. Bei den "Speckröllchen", beispielsweise an der Hüfte, sammelt sich Fett im Unterhautfettgewebe an. Aber auch diese sollten natürlich nicht überhandnehmen. Denn ein zu hohes Gesamtkörpergewicht wirkt sich vielfältig negativ aus, beispielsweise auf die Gelenke und zählt als Risikofaktor vieler Erkrankungen.

Das innere Bauchfett: Ab wann wird es gefährlich?

Eine einfache Methode zur Abschätzung des inneren Bauchfetts ist die Messung des Bauchumfangs. Dazu wird der Bauchumfang zwei Querfinger oberhalb des Beckenkamms gemessen. Ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes besteht ab einem Bauchumfang von 80 cm bei Frauen und 94 cm bei Männern. Ab einem Bauchumfang von 88 cm beziehungsweise 102 cm ist das Risiko stark erhöht. Ärzte empfehlen eine Messung des Bauchfetts ab einem Body Mass Index (BMI) von 25 kg/m2.

Dem Bauchfett vorbeugen - Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen mindern

Gerade bei einer bereits vorliegenden Herzerkrankung ist es sehr wichtig, auf das Körpergewicht zu achten, um Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Herzschwäche zu vermeiden. Ernähren Sie sich daher gesund und abwechslungsreich. Versuchen Sie dagegen, zucker- und fetthaltige Speisen sowie Alkohol nur in Maßen zu genießen, und bewegen Sie sich regelmäßig (wenn möglich täglich) an der frischen Luft. Denken Sie auch daran, Ihre Medikamente kontinuierlich und wie vom Arzt verordnet einzunehmen. Lassen Sie zudem Ihren Blutdruck und Blutwerte regelmäßig kontrollieren.