Die MIND-Ernährung* ist eine Kombination aus der salz- und fettarmen "DASH-Diet", die für Menschen mit Bluthochdruck entwickelte wurde und einer mediterranen Ernährung mit viel Obst und Gemüse. Im Vergleich zu einer normalen, ausgewogenen Ernährung haben Forscher der Mayo Clinic hierfür eine Auswahl an Nahrungsmitteln zusammengestellt, die Alterungsprozesse des Gehirns durchschnittlich um 7,5 Jahre verlangsamen und antientzündlich wirken. Das Rush Medical Center in Chicago fand jetzt heraus, dass die MIND-Ernährung nicht nur einer Demenz vorbeugt, sondern zugleich auch das Herz schützt. 

*MIND steht für Mediterranean-DASH Intervention for Neurodegenerative Delay (übersetzt: Mediterrane-DASH Ernährung als Maßnahme zum Schutz vor einem mentalen Abbau) 

US-Studie: Wie wirkt die MIND-Ernährung?

Wissenschaftler des Rush Medical Centers in Chicago untersuchten die Effekte der MIND-Ernährung. In der Studie wurden insgesamt 960 Teilnehmende im Alter zwischen 58 und 98 Jahren befragt und untersucht. Die Ergebnisse bestätigen einen klaren Zusammenhang zwischen Ernährung und kognitiven Funktionen. Je länger sich Teilnehmer an die MIND-Ernährung gehalten haben, desto besser war die schützende Wirkung auf das Gehirn. Die positive Wirkung dieser Ernährungsweise auf die mentale Leistungsfähigkeit und das Herz fiel bei Teilnehmenden, die sich besonders streng an die Ernährungsvorgaben hielten, nochmal besser aus. Laut Forschern zeigten sich diese Schutzeffekte der MIND-Ernährung auch bei Menschen mit gesundheitlichen Problemen. 

Fazit: Die MIND-Ernährung ist eine hocheffektive Maßnahme zur Vorbeugung und für Menschen, die bereits erkrankt sind. Um die genauen Wirkmechanismen der MIND-Ernährung aufdecken zu können, werden allerdings weitere Studien benötigt. 

Konkret: So funktioniert die MIND-Ernährung 

Kurzfassung: Wer sich nach dem MIND-Konzept ernährt, nimmt über eine bestimmte Auswahl an Nahrungsmittel automatisch und ohne Kalorien zu zählen die wichtigsten Nährstoffe zu sich. Zu den empfohlenen Lebensmitteln gehören alle Blattgemüse, Beeren und Omega-3-haltige Nahrungsmittel, wie Nüsse und Fisch. Grundsätzlich sollte man vollwertige Produkte bevorzugen. Butter, fetter Käse, rotes Fleisch und Süßigkeiten sind dagegen möglichst zu meiden. 

1. Vollkornprodukte - 3 mal täglich

Bei zu hohem Cholesterin entstehen in den Gefäßen gefährliche Ablagerungen. Die Folgen sind Durchblutungsstörungen und möglicherweise auch ein Herzinfarkt oder Schlaganfall. Vollkornprodukte enthalten wertvolle Ballaststoffe, welche die Konzentration von LDL-Cholesterin im Blut senken. Außerdem gelten Ballaststoffe als Träger von komplexen Kohlenhydraten wie Glukose, die das Gehirn als Energie benötigt. Anders als bei nicht vollwertigen Nahrungsmitteln wie Weißbrot, steigt der Blutzucker nach Vollkornprodukten nicht sprunghaft, sondern langsam und über einen längeren Zeitraum an, wodurch das Gehirn mehr Energie aus der Nahrung ziehen kann. 

2. Gemüse - mindestens 2 mal täglich 

Unbehandeltes Gemüse, vor allem aber grünes Blattgemüse wie Grünkohl, Mangold, Spinat oder Kopfsalat enthalten viele Nährstoffe, wie beispielsweise Folsäure, Vitamin E, Carotinoide und Flavonoide, die eine große Rolle beim Schutz vor Demenz und kognitivem Abbau spielen. Nitrate in Blattgemüse senken außerdem den Blutdruck. 

3. Öle und Nüsse - mehrfach täglich 

Pflanzliche Öle, wie Olivenöl oder Rapsöl, ungesalzene Nüsse und Vollkornprodukte sind reich an Vitamin E und Omega-3-Fettsäuren, die der Körper braucht. Vitamin E wirkt als sogenanntes "Antioxidans" und dient dem Schutz vor freien Radikalen, die Zellen und Gewebe schädigen können, wenn sie in zu hohem Maße vorkommen. Außerdem wirkt Vitamin E antientzündlich und hat deshalb ebenso wie Omega-3-Fettsäuren eine schützende Wirkung auf das Gehirn und die Gefäße. 

4. Fisch - mindestens einmal pro Woche

Anders als Fleisch hat Fisch eine neuroprotektive Wirkung, denn die darin enthaltenen Omega-3-Fettsäuren bekämpfen stille Entzündungen, die als Ursache für Demenz und Herzinfarkt diskutiert werden. Bestimmte Fischsorten wie Lachs oder Hering enthalten übrigens mehr Omega-3-Fette als andere. Zuchtlachs wird manchmal mit Omega-6-haltigem Futter gefüttert, was laut Experten den positiven Effekt reduziert.

5. Beeren - 2 mal wöchentlich

Forschern der Mayo Clinic zufolge ist der positive Effekt von Beeren auf die mentale Leistungsfähigkeit auf den hohen Gehalt an Flavonoiden zurückzuführen. Aber auch auf das Herz haben Beeren wie zum Beispiel Blaubeeren eine gesundheitsfördernde Wirkung, denn sie stabilisieren offenbar den Blutdruck und wirken nachweislich antientzündlich.  

Wichtig zu wissen: Das MIND-Konzept aus den USA empfiehlt eine zucker- und fettarme Ernährung, lässt aber auch Ausnahmen zu, was die Einhaltung der Vorgaben über einen längeren Zeitraum erleichtert. Ein kleines Glas Rotwein (0,1 l) kann beispielsweise ab und an mit Genuss getrunken werden, gleiches gilt für den Verzehr von Süßigkeiten. Wer allerdings unter Vorhofflimmern leidet, sollte laut Forschern auch bei geringen Mengen an Alkohol vorsichtig sein.