Sport und regelmäßige Bewegung verbessern die Sauerstoffversorgung, verlangsamen Entzündungsprozesse, regulieren den Blutdruck, aber auch die Blutzucker- und Blutfettwerte. Aktiv bleiben wirkt deshalb bei einer Koronaren Herzerkrankung auf genau diejenigen Risikofaktoren ein, die zu einer Verengung der Gefäße führen. Vor allem Ausdauersport hat Experten zufolge das Potenzial, eine Koronare Herzerkrankung aufzuhalten. Aber: mit den Jahren verändert sich der Körper und vielen Senioren fällt es immer schwerer, aktiv zu bleiben. Kommen Übergewicht, typische Alterserscheinungen wie Steifheit oder Sehprobleme und Begleiterkrankungen wie Rückenschmerzen hinzu, werden die Betroffenen immer "bewegungsmüder". 

Mythos Sport & Knieschäden 

Laut Forschern der Universität Chicago verzichten viele ältere Menschen nicht nur aus Bequemlichkeit auf Sport, sondern aus Angst vor Gelenkschäden. Dies gilt besonders dann, wenn bereits Knieschmerzen vorhanden sind. In ihrer Studie konnten sie nun nachweisen, dass diese Sorge unbegründet ist, sogar wenn typische Risikofaktoren vorhanden sind wie Übergewicht. Selbst in der Gruppe der hochaktiven Teilnehmer, die wöchentlich an mindestens fünf Tagen intensiv Sport trieben, zeigten sich nicht mehr Fälle von Knieverschleiß als in der Vergleichsgruppe.

Die Studie Sport & Knieverschleiß

Die Forscher der Universität Chicago prüften die Daten von 1194 Teilnehmern mit einem  Durchschnittsalter von 58 Jahren und einem Body-Mass-Index von 27. Sie konzentrierten sich auf einen Zeitraum von zehn Jahren und wählten Teilnehmer mit einem erhöhten Verschleißrisiko, die aber zu Beginn der Studie keine oder nur minimale Kniesymptome aufwiesen. Mit dem PASE-Fragebogen (Physical Activity Scale for the Elderly) ermittelte das Team die Häufigkeit und Intensität sportlicher Aktivitäten. Da die Hälfte der Teilnehmer überhaupt keinen Sport trieb, konnten die Forscher sie als Vergleichsgruppe nehmen.

Das Ergebnis: Selbst nach zehn Jahren kam es in der Sportgruppe verglichen mit den inaktiven Teilnehmern nicht häufiger zu einer Kniearthrose, auch wenn man zusätzlich den Faktor Alter, Geschlecht und Gewicht berücksichtigte. 

Selbst intensivere Sportarten sind in Maßen erlaubt 

Anders als Schwimmen und Walking, stehen zum Beispiel Joggen, Tennis und Aerobic oft im Verdacht, schädlich für die Kniegelenke zu sein. Das trifft zwar im Hinblick auf ein mögliches Verletzungsrisiko zu, aber laut US-Studie nicht für den Verschleiß der Kniegelenke, die so genannte "Kniearthrose". Die Ergebnisse deuten im Gegenteil darauf hin, dass diese Sportarten möglicherweise sogar vor der Entwicklung einer im Röntgenbild erkennbaren Kniegelenksarthrose schützen. Die Forscher empfehlen deshalb diese Sportarten auch älteren Menschen, allerdings immer entsprechend der individuellen Konstitution. 

Wichtig zu wissen:

Orthopäden raten dazu, am besten sportlich aktiv zu werden noch bevor die Kniegelenke altersbedingte Probleme machen. Aber wie die US-Studie zeigt, ist Sport selbst dann und sogar bei vorliegenden Risikofaktoren wie Übergewicht erlaubt und sinnvoll. Am besten besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Hausarzt oder Kardiologen, was Sie beim Sport beachten sollen und lassen sich vorher nochmal untersuchen, wenn Sie eine neue Sportart ausprobieren möchten.