Eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse kann nur diejenigen vor Bluthochdruck schützen, die zugleich wenig Salz essen. Oder anders ausgedrückt: Wer zu viel Salz isst, der kann den Blutdruck-steigernden Effekt von Salz nicht durch eine ansonsten gesunde Ernährung ausgleichen. Der Salzkonsum bleibt entscheidend, so das Fazit einer Untersuchung, die in der medizinischen Fachzeitschrift “Hypertension” (zu Deutsch: Bluthochdruck) veröffentlicht wurde.

Zu viel Salz begünstigt Herz-Kreislauf-Erkrankungen, besonders Bluthochdruck und Schlaganfälle, das ist schon länger bekannt. Für ihre Studie setzte das Forscher-Team um Prof. Jeremiah Stamler jedoch den Salzkonsum in Bezug zu einer gesunden Ernährung. Dazu untersuchten sie Blutdruckwerte und Urinproben von 4.680 Teilnehmern aus den USA, Japan, China und Großbritannien. Neben dem Salzkonsum analysierte das Team 80 verschiedene Nährstoffe, die auf eine gesunde Ernährung hinweisen, wie zum Beispiel Vitamin C, Ballaststoffe und Omega-3-Fettsäuren.

Salzkonsum viel zu hoch

Die Studie zeigt, dass die Teilnehmer täglich im Schnitt 10,7 Gramm verzehrten. Spitzenreiter waren die Chinesen mit 13,4 Gramm, gefolgt von Japan mit 11,7 Gramm. Teilnehmer aus den USA und Großbritannien kamen auf 9,6 beziehungsweise 8,5 Gramm. Zum Vergleich: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, nicht mehr als sechs Gramm Salz pro Tag zu sich zu nehmen. Das entspricht etwa einem Teelöffel. Mit 8,4 Gramm (Frauen) und 10,0 Gramm (Männer) Salz pro Tag liegen auch die Deutschen deutlich über der Empfehlung. Mehr als drei Viertel der Männer und fast 70 Prozent der Frauen überschreiten die Grenze von sechs Gramm.

Je höher die Salzmenge, desto höher der Blutdruck

Vor allem bei Teilnehmern, die mehr als 10,7 Gramm Salz am Tag zu sich nahmen, stieg der Blutdruck dosisbezogen an, das heißt mit jedem Gramm mehr Salz stieg auch der Blutdruck proportional an. Aber auch bei geringfügig erhöhtem Salzverzehr von sieben Gramm stellten die Forscher erhöhte Blutdruckwerte fest. Sie waren um durchschnittlich 3,7 Millimeter-Quecksilbersäule (mmHg) erhöht - auch bei den Teilnehmern, die sich gesund und ausgewogen ernährten.

Möglichst viele Lebensmittel selbst zubereiten

Das Problem: Nur einen kleinen Teil des Salzkonsums kann der Einzelne selbst beeinflussen, indem er zum Beispiel Speisen weniger salzt oder Nachsalzen vermeidet. Ein Großteil steckt bereits in vorgefertigten Lebensmitteln. Allein Grundnahrungsmittel machen mehr als ein Viertel der Salzmenge aus: Brot, Fleisch- und Wurstwaren mit einem Anteil von 18 Prozent, Käse sowie Milchprodukte mit etwa zehn Prozent.

Instantsuppen, Ketchup, Fertigmahlzeiten, Chips oder Ähnliches sind hier noch nicht mit eingerechnet. Die Devise lautet daher, möglichst viele Lebensmittel und Mahlzeiten selbst aus frischen Zutaten zuzubereiten und dabei auf eine gesunde und ausgewogene Zusammenstellung mit viel Obst und Gemüse zu achten. So lässt sich der Salzkonsum (etwas) besser steuern.