Fett galt lange Zeit als "Dickmacher" und schädlich für das Herz- und Gefäßsystem. Heute wissen wir, wie dringend der Körper eine ausgewogene Mischung aller Bestandteile der Nahrung benötigt. Dazu gehört auch eine gewisse Menge an Fett. Allerdings ist es nicht egal, welches Fett mit der Nahrung aufgenommen wird. Menschen mit Koronarer Herzerkrankung sollten genau hinschauen und sich über gesunde Fettlieferanten informieren. 

Fett ist weder gut noch schlecht

Fette gehören zu den Grundnährstoffen und sind für unsere Gesundheit unverzichtbar. Ungesund wird es erst, wenn wir zu viel davon essen oder die falschen Fette. 

Ernährungsmediziner unterscheiden gesättigte und ungesättigte Fettesäuren. Belegt ist, dass mehrfach ungesättigte Fettsäuren das Risiko senken, an einer Koronaren Herzerkrankung zu sterben. Dennoch ist keine der Fettsäuren grundsätzlich ungesund oder gesund, entscheidend ist immer das richtige Maß. 

Die richtige Menge an Fett?

Erlaubt sind bis zu 30 Gramm Fett am Tag. Diesen Zielwert überschreiten allerdings viele Deutsche, so zeigt es die Nationale Verzehrstudie. Sich fettärmer zu ernähren ist deshalb für viele Menschen mit Herzproblemen wichtig. Oft hilft es schon, die fettreiche Variante gegen eine fettärmere Alternative auszutauschen. Zum Beispiel statt Rindfleisch mageres Putenfleisch bevorzugen oder fettreduzierten Joghurt.   

Omega-3- und Omega-6- Fettsäuren

Beide Fettsäuren braucht der Körper, kann sie aber nicht selbst produzieren. Diese "essentiellen" Fette müssen wir deshalb über die Nahrung aufnehmen. Allerdings haben beide Fettsäuren unterschiedliche Aufgaben und Funktionen.

Omega-6-Fettsäuren sind für Aufbauprozesse wie Wachstum und Wundheilung wichtig. Sie aktivieren dabei aber auch Botenstoffe, die entzündlich wirken. Omega-3-Fettsäuren dagegen wirken antientzündlich und greifen schützend in verschiedene Stoffwechselprozesse ein, u.a. im Gehirn, am Auge und in den Gefäßen. Dort wirken sie zum Beispiel Verkalkungen entgegen. 

Laut Bundesamt für Risikobewertung (BfR) sollten pro Tag insgesamt - also aus allen Quellen - nicht mehr als 1,5 g Omega-3-Fettsäuren aufgenommen werden. Diese Menge kann am sichersten über eine gesunde Ernährung aufgenommen werden.

Und Nahrungsergänzungsmittel? Verschiedene Studien warnen vor zu hohen Dosierungen, besonders wenn gleichzeitig noch Medikamente eingenommen werden. So kann sich bei einer zu hohen Dosis an Omega-3-Fettsäuren beispielsweise die Wirkung gerinnungshemmender Medikamente wie Acetylsalicylsäure (ASS) deutlich verstärken.  

Eine gesunde Mischung

Überwiegen gesättigte Fettsäuren (in Wurst, rotem Fleisch, Dressings, etc.) erhöhen sich die Blutfette, u.a. das schädliche LDL-Cholesterin. Um dies zu vermeiden, sollten Menschen mit Koronarer Herzerkrankung weniger gesättigte und deutlich mehr ungesättigte Fette verzehren, als es momentan meist der Fall ist. Konkret empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE):

  • Insgesamt sollte mindestens ein Drittel des verzehrten Fettes aus einfach ungesättigten Fettsäuren bestehen. Das bedeutet, Fleisch mehrfach pro Woche durch pflanzliche Eiweiße ersetzen und Olivenöl statt Palmfett oder Kokosöl verwenden. 
  • Außerdem ist es ratsam, den Anteil an mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren auf natürliche Weise zu erhöhen, während man Omega-6-Fettsäuren begrenzt. Das bedeutet, mehr Leinöl, Leinsamen, Rapsöl oder Walnüsse verzehren und 1-2 Mal pro Woche Fisch oder Mikroalgen (für Vegetarier geeignet) auf den Tisch bringen. Im Gegenzug weniger Distel-, Sonnenblumen- oder Maiskeimöl verwenden und weniger Fleisch und Wurstwaren verzehren.
  • Achtung: Transfette! Transfette zählen zu den ungesättigten Fettsäuren. Sie kommen in Milchfetten vor und bei der Herstellung von Produkten, die gehärtete Fette benötigen, wie Backwaren, Pizza und Pommes. Diese Fette sind immer ungesund! Sie gelten als besonders problematisch für die Herzgesundheit.

Wichtig zu wissen: Ungesättigte Fettsäuren sind nur dann gesund, wenn sie nicht stark erhitzt werden. Insofern sollte für das Braten oder Frittieren von Speisen auf Öl zurückgegriffen werden, das wenig mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthält und keine Transfette. Für mittlere Temperaturen (160 bis 180 Grad) kann natives Olivenöl genutzt werden. Für Temperaturen bis 210 Grad ist zum Beispiel raffiniertes Rapsöl geeignet.