Viele Menschen mit koronarer Herzkrankheit (KHK) leiden zusätzlich an einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung. Diese kann in verschiedenen Ausprägungen auftreten, beispielsweise als rheumatoide Arthritis (RA) oder Psoriasis-Arthritis. All diesen Krankheiten liegt eine chronische Entzündung zugrunde, die verschiedene Organsysteme beeinträchtigt. So können Knochen, Gelenke und Haut, aber auch Herz und Blutgefäße betroffen sein.

Beide Erkrankungen gehen Hand in Hand

Eine KHK entsteht, wenn die Herzkranzgefäße, die das Herz mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen versorgen, durch eine Arteriosklerose ("Arterienverkalkung") eingeengt sind. Bei der Arteriosklerose spielen dauerhafte entzündliche Veränderungen eine Rolle. Kommt eine entzündlich-rheumatische Erkrankung hinzu, kann das die Verengung der Herzkranzgefäße beschleunigen: Zum einen verstärkt Rheuma die Entzündungsvorgänge, zum anderen können bestimmte Rheuma-Medikamente die Arteriosklerose verschlimmern.

Das Herz im Blick behalten

Wer zusätzlich zu einer KHK auch eine rheumatische Erkrankung hat, sollte sich regelmäßig ärztlich betreuen lassen und Kontrolltermine beim Herzspezialisten (Kardiologen) und beim Rheumatologen zuverlässig einhalten. Das gilt gerade auch für Frauen, die von beiden Erkrankungen betroffen sind, denn sie haben ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Komplikationen als Männer. Heimtückisch ist, dass die koronare Herzkrankheit bei Patienten mit Rheuma seltener Beschwerden verursacht als bei Menschen ohne Rheuma. Zum Beispiel erleiden Betroffene mit Rheuma öfter einen "stummen" (ohne typische Beschwerden verlaufenden) Herzinfarkt.

Um die Gefahr fürs Herz so gering wie möglich zu halten, sollte die chronische Entzündung, die durch die rheumatische Erkrankung bedingt ist, konsequent behandelt werden. Das gilt auch für weitere Risikofaktoren: Hohe Blutdruckwerte und hohe Cholesterinspiegel sollten gesenkt werden.

Was können Sie selbst tun?

Dass rheumatische Erkrankungen das Herz-Kreislauf-Risiko zusätzlich erhöhen, kann Menschen mit KHK beunruhigen. Aber die gute Nachricht ist, dass Betroffene selbst eine ganze Menge dafür tun können, um das Risiko zu senken. Zunächst ist es wichtig, die vom Arzt verordnete Therapie konsequent einzuhalten, um die Entzündung zu bekämpfen und Risikofaktoren wie Bluthochdruck und zu hohe Blutfettspiegel zu reduzieren. Experten empfehlen außerdem eine gesunde, vollwertige Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität sowie einen konsequenten Rauchverzicht.