Meditieren schützt Patienten mit einer Koronaren Herzerkrankung (KHK) vor Herzinfarkt und Schlaganfall. Dies hat eine randomisierte US-Studie nachgewiesen, die im renommierten Fachjournal "Cardio Vasc" veröffentlicht wurde.

Schon zwei Mal täglich zwanzig Minuten meditieren hatte den gleichen vorbeugenden Nutzen wie sonst nur die Einnahme von cholesterinsenkenden Statinen. Diese Studie gilt als entscheidender Hinweis für eine wirksame und effektive Vorbeugung: Nicht nur Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung sind hilfreich, sondern auch regelmäßiges Meditieren.  

Aller Anfang ist schwer

„Meditieren ist nichts für mich, da achte ich nur darauf, wie mein Herz schlägt“ - so lautet häufig die Antwort von Betroffenen. Beim Meditieren gibt es nichts, was vom Herzen ablenkt und das fällt vielen Patienten mit KHK schwer. Meditation scheint wie eine direkte Konfrontation mit der Angst, insofern sind Bedenken erst mal normal und verständlich. 

Aber laut der Meditationsstudie lohnt es sich sehr, diese Berührungsängste zu überwinden: Sie lernen durch Meditation besser mit Ängsten umzugehen, denn ganz vermeiden können Sie die Sorgen um Ihr Herz ohnehin nicht. Außerdem hat diese mentale Therapie, anders als Medikamente, keinerlei schädliche Nebenwirkungen, was einen weiteren Vorteil darstellt. 

Tipp: Wem das „körperliche Nichtstun“ schwer fällt, kann es alternativ mit einer Gehmeditation oder meditativen Techniken wie Qi Gong versuchen. 

Die Meditationsstudie

Die Teilnehmer der amerikanischen Studie waren Patienten mit KHK ohne zusätzliche Einschränkungen. Zusätzlich zu ihrer medikamentösen Therapie erhielten sie nach dem Zufallsprinzip einen allgemeinen Gesundheitskurs oder eine Anleitung zur Meditation.

Konkret sollten sie die Technik der Meditation erlernen und zwei Mal täglich anwenden. Das Ergebnis war erstaunlich: Nach rund fünf Jahren zeigte sich in der Meditationsgruppe eine Reduktion des Gesamtrisikos (Sterblichkeit, Herzinfarkt und Schlaganfall) um 48 Prozent und eine deutliche Verbesserung bei herzbedingten Problemen oder Einweisungen in die Klinik. 

Stoppen Sie das Gedankenkarussell und Ihr Herz kann zur Ruhe kommen
Meditieren hat nichts mit Esoterik zu tun, sondern ist ein wohltuendes Training des eigenen Geistes. Sie lernen dabei, Ihr Gedankenkarussell zu stoppen oder sich nicht mehr so stark von ihm beeinflussen zu lassen. Das ist wichtig, denn was Sie denken, kann Stress verursachen und das belastet Ihr Herz. 

Wichtig zu wissen: Je eher das Gedankenkarussell zur Ruhe kommt, desto besser geht es Ihrem Herz. Für den Alltag und als Einstieg in die Meditation ist es hilfreich, die „One Moment Meditation“ zu erlernen. Auch wenn es dazu noch keine Studien gibt, können Sie diese Kurzmeditation ausprobieren und so oft Sie wollen täglich anwenden. Einfach aufrecht hinsetzen, eine Minute lang die Augen schließen und immer wieder bewusst zum eigenen Atem zurückkehren.