KHK-Patienten müssen mit einem erhöhten Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall leben. Umso wichtiger ist es deshalb, die typischen Warnzeichen und erste Symptome sofort zu erkennen und richtig zu reagieren. Das ist aber weder für den Patienten selbst, noch für Angehörige immer einfach zu beurteilen.

Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft befürwortet jetzt erstmalig den Einsatz von offiziell geprüften Gesundheits-Apps, die eine Beurteilung erleichtern. Denn: Je früher ein Patient in der Klinik - mit Schlaganfall in einer Stroke Unit oder bei einem Herzinfarkt in einer Chest Pain Unit - optimal versorgt wird, desto besser ist die Prognose.

Die Kos-Notfall-App

Als vorbildlich gilt laut Deutscher Schlaganfall-Gesellschaft die App des Klinikum Osnabrück (Kos), die kostenfrei im App Store erhältlich ist. Auf der Startseite gibt es zwei Buttons zur Auswahl: für Schlaganfall und Herzinfarkt. Mit Bildern und einfachen Erläuterungen werden jeweils die wichtigsten Symptome abgefragt, die auftreten können.

Bei einem Schlaganfall sind das Lähmungen, Sprach- und Sehstörungen, Schwindel und Kopfschmerzen, bei einem Herzinfarkt Brustschmerzen, Luftnot, Schweißausbrüche, aber auch die für Frauen bei Herzinfarkt typische Übelkeit, Schwindel und starke Angstgefühle. Auf jeder Seite finden Sie zudem die Notfallnummer 112, die durch Anklicken automatisch gewählt wird.

Die FAST-Regel zur Erkennung eines Schlaganfalls

Fast bedeutet auf Englisch schnell und so sollten Angehörige reagieren, wenn der Betroffene bei dem folgenden Test Probleme hat:

  • Face (Gesicht)- Bitten Sie die Person, zu lächeln. Achten Sie auf Asymmetrien im Gesicht. 
  • Arme - Kann die Person die Arme parallel nach vorne strecken und dabei die Handflächen nach oben drehen?
  • Sprache - Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen.
  • Time (Zeit) - Sobald dies nicht oder nur schlecht geht, sollten Sie die 112 wählen und die Symptome schildern.

Gesund per Knopfdruck: Nutzen Sie das digitale Angebot der TK 

Die Techniker Krankenkasse stellt Ihnen exklusiv als Mitglied zahlreiche digitale Applikationen - die "Gesundheits-Apps" - zur Verfügung, die Sie im Alltag unterstützen. Das Angebot umfasst eine Hilfestellung per Knopfdruck, wenn Sie zum Beispiel die Diagnose auf Ihrer Krankschreibung verstehen wollen, oder hilft Ihnen bei Migräne und Allergien die beste Therapie durch ein Beschwerdetagebuch herauszufinden, das Sie einfach auf dem Mobilgerät führen und gemeinsam mit Ihrem Arzt auswerten können.

Konkrete Tipps und Anleitungen erhalten Sie zum Beispiel über die neue App TK Smart Relax, die Sie problemlos mit Assistenzsystemen wie Alexa verbinden können. Mehr dazu finden Sie unter: Digitale Gesundheit: Apps

Wichtig zu wissen: Unsicherheit im Umgang mit digitalen Medien sind keine Schande und sollten Sie nicht davon abhalten, diese Angebote auszuprobieren. Bitten Sie deshalb zum Beispiel Freunde oder Ihre Kinder und Enkelkinder um Hilfe mit den Gesundheits-Apps.

Wenn Sie als KHK-Patient unsicher sind, welche Übungs-Apps für Sie geeignet sind, sollten Sie nicht resignieren, sondern dies beim nächsten Besuch mit Ihrem Arzt besprechen. Nutzen Sie die Chance von qualitativ hochwertigen Gesundheits-Apps, für den Notfall und besser noch zur Vorbeugung.

Neu: Das digitale Versorgungsgesetz

Der Bundesrat hat Ende November 2019 verschiedene Maßnahmen verabschiedet, die Patienten bei der digitalen Versorgung zugutekommen werden. Apotheken und Krankenhäuser müssen sich bis Ende September 2020 bzw. 1. Januar 2021 an das neue digitale System anschließen. Diese Neuregelung soll digitale Innovationen schneller für die praktische Versorgung nutzbar machen und die Telemedizin verbessern. Für Sie als Patient sind folgende Maßnahmen wichtig, die ab sofort gefördert werden:

  • Videosprechstunden für Patienten und wenn erforderlich die Mitbetreuung durch einen Facharzt in Form eines Telekonsils
  • Gesundheits-Apps: Das Bundesinstitut für Arzneimittel BfArM wird Gesundheits-Apps auf ihre Qualität, Funktionalität und ihren Nutzen hin prüfen. Nur wenn eine App den hohen Qualitätskriterien nach § 139 des Gesetzes entspricht, darf sie in das Verzeichnis für digitale Gesundheitsanwendungen aufgenommen und zukünftig von Ärzten und Psychotherapeuten bei geeigneter Indikation "verordnet" werden.