Bei einer koronaren Herzerkrankung ist es besonders wichtig, gezielt vorzubeugen, damit Sie keinen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleiden. Um dieses Ziel zu erreichen, und damit Sie so lange wie möglich beschwerdefrei leben können, stehen heute sehr gute, wissenschaftlich geprüfte medikamentöse Therapien zur Verfügung.

Unterstützt durch einen gesunden Lebensstil haben diese Maßnahmen nachweislich Erfolg, so stellten Forscher jetzt fest und präsentierten aktuelle Studienergebnisse auf den DGK-Herztagen 2019 in Berlin. 

Je geringer Ihr Risiko, desto besser die Chancen

Typische Risikofaktoren für einen Herzinfarkt sind - neben Übergewicht und Rauchen - erhöhte Blutfette und Bluthochdruck. Alle Faktoren lassen sich durch eine gesunde, ausgewogene Ernährung, Entspannung und Sport beeinflussen, die zwei letztgenannten Risiken können zusätzlich mit Hilfe von Medikamenten gesenkt werden. Dies gilt für Sie als Prävention, denn: Je geringer Ihr individuelles Risiko, desto unwahrscheinlicher ist ein Herzinfarkt.  

Zahlen & Fakten: Herzinfarkt und Herzmedikamente  

Die aktuellen Zahlen für Deutschland zeigen einen deutlichen Anstieg von ärztlich verordneten Medikamenten, die Blutdruck und Blutfette senken (European Cardiovascular Disease Statistics).  Gleichzeitig stellten Forscher mit Hilfe eines Herzinfarktregisters fest, dass sich in den letzten siebzehn Jahren das durchschnittliche Alter beim ersten Herzinfarkt um acht Jahre nach hinten verschieben ließ.

Offenbar hatten die intensive medikamentöse Therapie und die Aufklärung über vorbeugende Maßnahmen zusammen eine positive Wirkung. Diese Ergebnisse wurden jetzt auf den DGK-Herztagen der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) in Berlin vorgestellt.  

Das typische Alter für einen Herzinfarkt 

Zeitversetzt, aber immer noch gleich geblieben ist laut Forschern der Unterschied zwischen Männern und Frauen: Die meisten Herzinfarkte treten bei Männern immer noch deutlich früher auf als bei Frauen.

Konkret bedeutet das: Bei Männern liegt das Zeitfenster zwischen 68 und 76 Jahren, während Frauen am häufigsten zwischen dem 76. und dem 84. Lebensjahr betroffen sind. Da Frauen im hohen Alter öfter als gleichalte Männer ohne Partner leben, sollten gerade Frauen ein gutes soziales Netz aufbauen und Herzinfarkt-typische Beschwerden ernst nehmen. 

Wichtig zu wissen: Diese ermutigenden, positiven Ergebnisse sind keineswegs als Entwarnung zu verstehen. Die Experten der DGK-Herztage 2019 betonten mehrfach, wie wichtig für diesen Erfolg die Vorbeugung durch einen gesunden Lebensstil ist. Dies kann Ihnen niemand vorschreiben, aber die Aussicht auf gewonnene Lebensjahre kann Sie sicherlich dazu motivieren. 

Ein Herzinfarkt kann sich bei Frauen mit klassischen Brustschmerzen und Ausstrahlung in den linken Arm oder Kiefer äußern, aber auch durch starke Übelkeit oder Erbrechen, Luftnot und Bauchschmerzen. Diese Symptome sind immer noch nicht allgemein bekannt, so dass Herzinfarkte bei Frauen öfter als bei Männern nicht rechtzeitig erkannt und entsprechend behandelt werden. Selbst Notärzte brauchen mitunter zu lange, um die Beschwerden als „Verdacht auf Herzinfarkt“ zu bewerten. KHK-Patientinnen sollten sich mit diesen Beschwerden umgehend ärztlich untersuchen lassen.