Was passiert beim Saunagang im Körper?

Bei einer hohen Außentemperatur wärmt sich unser Körper auf. Um seine Funktion weiterhin aufrechtzuerhalten, muss der Körper seine Temperatur möglichst auf 37 Grad regulieren: Wir fangen an zu schwitzen. Zudem kann die Wärme mit dem Blut, das bis in die kleinsten Hautgefäße gelangt, über die Hautoberfläche abgegeben werden. Je mehr Hautgefäße stark durchblutet sind, desto mehr Wärme kann abgeleitet werden. Da sich durch die Wärme aber unsere Blutgefäße weiten und der Blutdruck sinkt, muss das Herz für eine bessere Durchblutung mehr leisten - es schlägt schneller und der Puls steigt. Saunieren ist also eine Mehrbelastung für Herz und Kreislauf.

Positiver Einfluss auf den Blutdruck

Dennoch können sich regelmäßige Saunabesuche bei mittlerer Temperatur positiv auf den Körper auswirken. Die Ergebnisse einer finnischen Forschungsstudie zeigten, dass häufiges Saunieren das Risiko reduziert, einen Bluthochdruck zu entwickeln: Im Vergleich zu nur einem Saunabesuch pro Woche senken vier bis sieben Saunabesuche das Risiko sogar um 45 Prozent. Bei zwei bis drei Sauna-Sessions ist das Risiko um 24 Prozent verringert. An der Studie nahmen 1.621 Männer mittleren Alters teil und wurden etwa 25 Jahre nachbeobachtet. Sie hatten zu Beginn keinen bestehenden Bluthochdruck.

Was muss ich beim Saunieren beachten?

Da Saunieren das Herz-Kreislauf-System stark beansprucht, sollten Menschen mit vorbelastetem Herzen oder Bluthochdruck einige Punkte berücksichtigen. Klären Sie zunächst mit Ihrem Arzt ab, ob Ihr Gesundheitszustand Saunabesuche zulässt. Ist dies der Fall, führen Sie Ihren Körper langsam an die Belastung heran:

  • Beginnen Sie am besten mit kurzen Saunagängen von wenigen Minuten. Mit der Zeit können Sie die Dauer erhöhen.
  • Zudem sollte die Temperatur in der Sauna im Bereich von 60 bis 70 Grad liegen. Aufgüsse sind daher zu vermeiden.
  • Nehmen Sie stets regelmäßig Flüssigkeit zu sich, da Ihr Körper durch das Schwitzen viel Wasser verliert.
  • Auch die Abkühlung nach dem Saunagang sollte langsam erfolgen, beispielsweise durch eine lauwarme Dusche oder das Umhergehen in kühleren Räumen.
  • Vermeiden Sie unbedingt eine plötzliche Abkühlung wie bei einer Schwalldusche oder bei einem Sprung ins Kneipp-Becken. Dabei ziehen sich die Blutgefäße nämlich ruckartig zusammen, und das Herz muss plötzlich gegen mehr Widerstand anpumpen. Es kommt zu einer Belastungsspitze, die das Herz gefährden kann.

Fazit:

Saunieren ist auch für Menschen mit geschwächtem Herz-Kreislauf-System möglich, aber erst nach individueller, ärztlicher Abklärung und mit sanften Temperaturwechseln.